Schlagwörter

, , , , ,

Vor drei Wochen wurde auf meinem Balkon ein Elefant getötet.

Na gut. Bisschen übertrieben. Es wurde aber kräftig an ihm herumgepickt, offenbar wurde seine wahre, schafige Herkunft eiskalt durchschaut, und da er sich nicht im Ganzen als Nistmaterial davontragen ließ (immerhin wiegt er gute 300 Gramm), klaubte das räuberische Flattergesindel mühsam ein paar Fasern zusammen und flog damit von dannen.

Da mir Elefantenschutz sehr wichtig ist und weil die armen Räuber mir leidtaten (der Elefant war so fest gefilzt, dass sie kaum etwas ergattert haben), hängen seitdem dicke Wollbüschel auf unserem Balkon. Und mit schöner Regelmäßigkeit flattert eine sichtlich vergnügte Kohlmeise herbei und rafft schnabelweise Nistmaterial zusammen. Es ist nicht immer dieselbe, neulich waren es drei auf einmal. Sie alle haben aber gemeinsam: Kaum zücke ich die Kamera, sind sie weg.

Also habe ich mir eine Kohlmeise gefilzt. Das haben sie nun davon!

Image

Handzahm ist sie auch!

Image

Allerdings scheint sie mir manchmal davon zu träumen, einfach die Flügel auszubreiten und davonzufliegen. Und wer könnte ihr das verdenken?

Image

Ich jedenfalls würde es gut verstehen. Und ich würde ihr auch eine zweite Meise dazufilzen und stelle mir gern vor, dass die beiden dann ein Nest aus weicher Wolle bauen, kleine Wolleier legen und bald ein ganzes Nest voll kleiner Filzmeisen großziehen. Nur – was fressen kleine Filzmeisen überhaupt?