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Na gut, nicht ganz. Aber Stempel, was ja eindeutig noch besser ist, jedenfalls bei diesem Wetter.

Bei der heiligen Kartoffel und der Dreifaltigkeit meiner Stempelfarben (jawohl, das ist beschämendst wenig) – nun habe ich doch neulich spontan mal irgendwelche Radiergummis mitgenommen und wollte beizeiten noch ein Linolschnittmesser dazubesorgen, ein gutes, also kein billiges, was etwas Überlegung und Recherche erfordert, und dann überkam es mich plötzlich am Wochenende … ich wollte, dass meine Radiergummis sich in Stempel verwandeln, wie Raupen in Schmetterlinge, bloß ohne Verpuppen, für solche zeitaufwendigen Albernheiten habe ich nämlich keine Geduld. Bisschen gegrübelt, da fiel mir ein, dass ich ein ganz wunderbares Schnitzmesser besitze, das durch Linden- und Balsaholz geht, dass man sich das Jubeln kaum verkneifen kann. Nicht optimal, klar, aber sofort verfügbar. Meine geschnitzten Wölfe, zwei an der Zahl, sind übrigens immer noch, seit langer Zeit, noch ein bisschen im Rohzustand, ich habe sie so zu lieben gelernt, weil es mir mit jedem weiteren Schnitzen und Polieren vorkam, als büßten sie ein wenig Lebendigkeit ein – also hab ich damit aufgehört und behalte sie jetzt so, wie sie sind. Der eine ist ein wenig verbaut und erinnert in den vorderen vier Zentimetern leicht an ein im Sand scharrendes Pferd, der andere deucht mich etwas schäferhundartig. Macht alles nix. Da ist der eine:

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Ums kurz zu machen: Ich habe mich ganz neu in das Messer verliebt. Mit einem Linolschnittmesser geht es sicher noch besser, vor allem komplexere Formen dürften mit meinem bezaubernden Messerchen haarig werden – aber für das, was ich gerade brauche und woran ich mich versucht habe, war es vollkommen ausreichend. Es schneidet bei der leichtesten Berührung, ich, in Schnitzangelegenheiten holzgewohnt, war ganz aus dem Häuschen. Heute waren es erstmal die Trittsiegel von Krähe und Reh.

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Da noch mal das wunderbare Messer in Nahaufnahme und vollem Glanz (ich weiß, es macht nicht viel her):

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Das Radiergummi hab ich einfach beidseitig beschnitzt. Denke aber, man könnte es wohl auch direkt in mehrere Scheiben schneiden und dann deutlich mehr Stempel draus machen. Es nimmt die Farbe ziemlich gut an, besser als einige gekaufte Stempel, die mir bisher so untergekommen sind – leider habe ich die Verpackung schon entsorgt und weiß nicht mehr, von welchem Hersteller es ist.

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Für eine Arbeitszeit von zehn Minuten für zwei Stempel und bei einem Materialpreis von weniger als einem Euro: Ich bin hingerissen. Noch ein paar Trittsiegel, die brauche ich nämlich gerade (und ich konnte keine finden, die man dann auch gegebenenfalls kommerziell nutzen darf – und was soll ich mit Stempeln, mit denen ich nicht das Packpapier meiner Filztierpäckchen bestempeln darf?). Und dann versuche ich mich an etwas Komplexerem.

Notiz: Fach im Regal einrichten für Stempelkram. Zwischen dem Masking-Tape-und-Kordeln-Fach und dem Porzellanfarben-Fach vielleicht. Eventuell vorher größere Wohnung besorgen, seufz. Aber im Ernst: Tolle Sache, was sich da auf einmal für Möglichkeiten auftun!