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Neulich gab es unfassbar hinreißenden Ferkelnachwuchs im Zoo. Gefühlte drei Wochen später bin ich wieder da, und sie sind groß. Wirklich groß. Ende April sind sie geboren, und ich habe meinen Augen nicht getraut.

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Furchtbar nett sind sie auch – sie lieben es, wenn man ihnen durch den Maschendrahtzaun hindurch den Rücken kratzt, und mein Kleiner tut das mit größter Hingabe, mit den Händen, mit einem Stock, und zwischendurch gurrt er ganz zärtlich: „Besser, ja? Juckt nicht mehr?“

Wenn gerade kein Masseur da ist, üben sie, zu fliegen.

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Man sieht diesen hinreißenden Ex-Ferkeln gar nicht an, dass sie Politschweine sind. Das Rotbunte Husumer Schwein wurde, so heißt es, von dänischen Bauern gezüchtet, als sie nach der Rückeroberung Nordfrieslands ihre Flagge dort nicht mehr hissen durften. Die Zeichnung der Schweine erinnert an das weiße Kreuz auf rotem Grund. Das gefällt mir ungemein gut, und ich besuche die Schweine gern. Es ist eine Rückzüchtung, aber sie sind dem Original wohl recht ähnlich.

Und mein Staunen über ihr plötzliches Wachstum ist dem Staunen über mein Kind ähnlich – ich weiß gerade nie, ob ich ihn groß finde dafür, dass er noch so klein ist, oder noch recht klein dafür, dass er schon so groß ist. Jedenfalls ist es doch ganz schön, dass kleine Menschen nicht ganz so schnell erwachsen werden wie kleine Schweine – ich bin gespannt, wie lange die wilde Horde noch vollzählig ist, und gehe Ende der Woche mal nachzählen. Und wenn ich dazu komme, filze ich mal ein kleines Protestschwein. Ich glaube, eins mit Flügeln würde mir am besten gefallen.