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Ganz gemütlich ist sie herangekrochen und nimmt ihren Platz ein: das neunzehnte kleine Totem in der Adventsschublade. Allmählich wird es voll, und ich schaue fünf Tage in die Zukunft (Momos Kassiopeia wäre sicher höchst beeindruckt) und behaupte: Dann wird Weihnachten sein.

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Das Muster am Rücken ist pink, nicht rot – ach, du Winterlicht!

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Schildkröte

Zu Schildkröten fällt den meisten Menschen zuerst ein Attribut ein (und dann lange gar nichts mehr): langsam. Und wenn man nicht gerade einer Schnappschildkröte begegnet, dann gibt es wenig, was diesem Urteil so direkt widerspräche. Möglicherweise deshalb, weil es stimmt: Schildkröten bewegen sich tatsächlich äußerst selten mit größerer Hast. Sie scheinen eine andere Beziehung zur Zeit zu haben als viele heißblütigere Lebewesen. Kassiopeia aus Michael Endes Momo kann sogar in die Zukunft sehen – wenn auch nur für fünf Minuten.

Manchmal wird einer Schildkröte ihre Langsamkeit zum Verhängnis. Sehr oft aber gereicht sie ihr auch zum Vorteil – Schildkröten überleben die Wechsel der Zeitalter seit fast undenklichen Zeiten, und viele werden sehr alt. Die Schildkröte steht für die Fähigkeit, einen Augenblick zu verweilen und sich den nächsten Schritt gut zu überlegen. Menschen, die Entscheidungen treffen müssen, die weitreichende Folgen haben werden, tun gut daran, sich auf die Schildkröte zu besinnen und in aller Ruhe zu überlegen, welche Entscheidung nicht nur für den Augenblick am reizvollsten, sondern langfristig am sinnvollsten ist. Das widerstrebt spontanen Gemütern bisweilen erheblich. Aber manchmal lassen sich große Schäden abwenden, wenn man nicht sofort alles stehen und liegen lässt und in wilden Aktionismus verfällt, sondern besonnen handelt.

Die Schildkröte sagt: Nimm dir Zeit, um fünf Minuten lang – nicht: fünf Minuten weit! – in die Zukunft zu schauen.

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