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Ihr Lieben, es ist Heiligmorgen, und das letzte Tier zieht ins Totem-Hotel ein. Streng genommen sogar die letzten drei auf einmal … die Adventszeit ist ein bisschen kürzer als das Alphabet. Zwei Tiere haben kein Zimmer mehr bekommen, dafür aber Weihnachtsmützen.

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Mein Blog ist jetzt fast ein halbes Jahr online. In diesem halben Jahr habe ich ungeheuer spannende Menschen kennengelernt, die wunderschöne Dinge machen und schätzen, mit offenem Blick und wachem Verstand durch die Welt gehen und das, was sie machen und denken, in oft schmerzhaft schönen Bildern mit anderen teilen. Ich hoffe, dass ich etwas von der Freude, die ich in diesem halben Jahr oft empfunden habe, zurückgeben konnte und kann.

So. Jetzt überlasse ich euch den drei letzten Totemtieren. 😉

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x-beliebige Promenadenmischung

Der Hund ist seit Jahrtausenden treuer Begleiter des Menschen. Oft verhätschelt, oft misshandelt, oft missachtet – oft aber auch als wichtiges Familienmitglied sehr geliebt.

Die x-beliebige Promenadenmischung zeichnet sich weder durch materiellen Wert aus noch zwingend durch besonders prägnante ästhetische Qualitäten (wobei, bitte sehr, Schönheit ohnehin immer im Auge des Betrachters liegt). So ein Hundekerl ist einfach nur Hund – und wird genau dafür geliebt. Seine Besonderheit besteht darin, dass er für jemanden etwas Besonderes ist. Und genau dafür steht dieses freundliche kleine Totem – für die Fähigkeit, zu erkennen, dass wir nicht für besondere Eigenschaften geliebt werden, sondern dass die Liebe selbst uns zu etwas Besonderem macht.

Der Hund sagt: Wir lieben, also sind wir. (Zu höheren philosophischen Weihen mag er nicht berufen sein, aber oft liegt ja des Pudels Kern gerade in der Schlichtheit)

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Yak

Der Yak lebt im Himalaya unter äußerst unwirtlichen Bedingungen, so nah am Himmel wie keine andere Rinderrasse der Welt.

Sein dichtes Fell schützt ihn vor Kälte, Wind und Schnee. Gegen Wolfsrudel muss sich der Yak anders verteidigen. Und das tut er – nicht im Alleingang, sondern mit der ganzen Herde. Fünf Finger sind eine Faust, und eine Yakherde ist eine geschlossene Wand aus gesenkten Hörnern. Gerät kein Tier in Panik und läuft allein fort, gibt es für die Wölfe kein Rankommen. Der Yak steht für den Zusammenhalt, der auch den schier übermächtigen Gegner in die Knie zwingt. Niemand besteht auf Dauer allein. Der Yak weiß das. Wenn er Unterstützung braucht, dann sucht er sich welche.

Der Yak sagt: Nicht mit uns.

zebra_adventstotem

Zebra

Eine uralte Frage lautet: Ist das Zebra ein schwarzes Pferd mit weißen Streifen oder ein weißes Pferd mit schwarzen Streifen?

Sich dieser Frage zu entziehen, indem man darauf verweist, dass es gar kein Pferd sei, ist hübsch spitzfindig, beantwortet aber die Frage nicht, und dem Zebra auf den Bauch schielen und nach dessen Farbe zu gehen ist sicher eine Lösung – aber man betrügt sich selbst um eine wertvolle Einsicht. Diese lautet nämlich: Es ist eine Frage des Standpunkts. Das Zebra steht für das Bewusstsein um die vollkommene Unvollkommenheit der Wahrheiten, die uns leiten, und für die Fähigkeit, Dinge auf unterschiedliche Arten zu betrachten. Unser Universum und seine Wahrheiten konzipieren wir selbst. Um die Frage nach schwarzen und weißen Streifen werden Kriege geführt, wenn beide Seiten sich zu sehr auf ihren Standpunkt versteifen und darüber vergessen, dass unter den Streifen immer ein Zebra ist. Das Zebra steht für Friedfertigkeit und den starken und zähen Willen, andere Standpunkte zwar nicht zu übernehmen, aber zu verstehen.

Das Zebra sagt: Mein Blut ist rot.

z_eidechsenreihe