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Nadel in den Schoß gefallen! Nadel in den Schoß gefallen. NADEL IN DEN SCHOSS GEFALLEN!!!! Ich weiß nicht, ob ich mich heute noch davon erhole. Warum näht denn ein Nadelphobiker gern? Warum hat jemand, der gern näht, eine Nadelphobie? Und WO IST DIE NADEL? Mir ist ganz plümerant.

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Egal. Ich wollte ja nur ganz kurz jubeln, dass sich Schnabelinas wunderbarer Pulli, für den ihr den Schnitt hier ganz frei verfügbar findet nebst diverser anderer wunderbarer Schnitte und überhaupt samt Anleitungen, dass also dieser Pulli sich entsprechend verkleinert auch ganz herrlich als Puppenpullover eignet, wenn man sich etwas für den Ausschnitt überlegt (im Fall des hier zu bewundernden Puppenpullis: Hinten ratsch rein versäubert Druckknopf dran, also so ein Kam Snap, geht schnell, ist leider für den Kleinen nicht leicht handhabbar, weil schwergängig, alles in allem aber großes Vergnügen). Meine neue Nähmaschine ist auch sehr lieb, allerdings mag sie es gar nicht, wenn man am Stoff zieht, lässt sie sofort zur Strafe Stiche aus, hat sie ja auch recht, ich gelobe Besserung. Und man kann pedalenlos nähen, also per Knopfdruck, fand ich bisher immer echt albern, aber ich habe es ruckzuck zu schätzen gelernt, da ich ja überhaupt alles im Schneidersitz erledigen würde, wenn es nur ginge, sogar klettern und radfahren. Ich nähe also gerade im Schneidersitz sitzend noch ein T-Shirt zu dem Pulli, geht auch alles wunderbar, bin sogar schon fertig (und traue mich bestimmt auch bald an größere Klamotten – erst mal alles für Puppen, dann fürs Kind, eines Tages womöglich gar für mich selbst), aber ich trau mich nicht, aufzustehen oder mich sonstwie zu bewegen. Jetzt bin ich allerdings eindeutig fertig mit diesem Blogpost, und es lässt sich wirklich nicht mehr vernünftig aufschieben – die Suche nach der Nadel. Offenbar nicht mehr im Schoß, sondern irgendwo dort unten, wo ich meine panischen Füße nicht hinsetzen mag, oder in der Kiste mit Stoffresten, was noch schlimmer wäre.

Nähen, mal ehrlich. Warum tut man sich das an? Ich glaub, ich fang doch wieder mit Kampfsport an. Oder gehe mal wieder nachts im Park spazieren. Oder werde Großkatzendompteur. Ist alles so lächerlich harmlos gegenüber der Gefahren, denen man sich beim Nähen sekündlich gegenübersieht.

Was macht man eigentlich, wenn man so eine verlorene Nadel gar nicht mehr wiederfindet, wenn sie also in die Wildnis entwischt, wenn ab sofort ständig das Damoklesschwert der Möglichkeit über einem schwebt, sich daran zu … pieken? Wird man dann je seines Lebens wieder froh? Oder muss man sich eine neue Wohnung suchen, um wieder ruhig schlafen und arbeiten zu können?