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Ich mag Chamäleons. Sie bewegen sich wie aufgezogen, aber unendlich langsam, so wie sich wohl Äste bewegen würden, verfügten sie über die Möglichkeit. Ich mag den grimmigen Blick, die Farben, die alberne Staksigkeit der Beine, den einrollbaren Greifschwanz, die absurden Zungenfertigkeiten. Ich habe an Chamäleons rein gar nichts auszusetzen, und erst recht würde ich, ausgerechnet ich, nie und nimmer im Leben auf die Idee kommen, eins zu quälen.

Dachte ich immer.

Ich liebe Chamäleons besonders in grün-gelb-türkis. Offenbar bin ich damit nicht allein. Nachdem auch bei der letzten Filzchamäleonbestellung auf meine hoffnungsvolle und mitnichten suggestive Frage: „Dieselben langweiligen alten Farben oder andere, ganz eigene, sozusagen höchst individuelle, ganz nach deinen Wünschen?“ fröhlich geantwortet wurde: „Nein, genau so, die Farben gefallen mir sehr“, habe ich eine Miene gezogen, so voller Ingrimm wie die des Chamäleons, und habe mir selbst eins aus Wollfilz genäht. In genau denselben Farben. Darf ich vorstellen: Mein neues Nadelkissen. Ich muss immer lachen, wenn ich eine Nadel reinpiekse, weil ich denke: Immerhin weiß man bei diesem, warum es so guckt, wie es guckt.

voodoo

Und der erste, der bei mir ein Chamäleon in anderen Farben bestellt, bekommt es dazugeschenkt, hihi.

Erstmal wandert es aber als offizielles Wappentier der beendeten inoffiziellen Sommerpause zum Creadienstag.