Schlagwörter

, , , ,

Der übertrieben arbeitsame Juni ist vorbei, und ich gedenke ab sofort wieder unter den Lebenden zu weilen. Pünktlich zum Ende der ungeheuer übertriebenen Arbeit gibt es hier Wetter, hurra, und außerdem auch ein Ungeheuer – will ich euch schon länger zeigen, aber. Na, jetzt ist es ja da.

Unser Kleiner liebt alles, was Räder oder Flügel hat, und irgendwann schleppten wir ein riesiges Flugzeug vom Flohmarkt nach Hause. Ich mag ja Spielzeug, das in Kisten passt, aus lauter spießigen, langweiligen Gründen besonders gern, dieses Flugzeug gehört nur sehr bedingt dazu, also dachte ich mir vor ein paar Wochen: Wir hängen das Ding einfach an die Wand. Bis dahin hatte es auf dem Fußboden gewohnt, was ich für ein Flugzeug ein bisschen unwürdig finde. Also tat ich das einzig Logische – ich entwarf einen praktischen kleinen Flugzeughalter. Diesen hier:

krakenflugzeug

Wie man auf den ersten Blick sieht, ist das Design funktionell und unverspielt, fast ein bisschen zu klinisch fürs Kinderzimmer, aber man kann ja auch nicht immer rumkaspern, und außerdem hatte ich keine Zeit für Albereien. Muss man ja auch mal sagen dürfen.
Aus mir völlig unverständlichen Gründen wurde das rein aufs Flugzeug zugeschnittene Wandhäkchen-aus-Stoff jedoch umgehend zweckentfremdet.

krakenfuhrpark
Die in präziser Abstimmung der einzelnen Bauteile ausschließlich für das krakonomische Umklammern eines Flugzeugs ausgelegten Arme erwiesen sich als durchaus in der Lage, auch andere Fahrzeuge zu halten.
Solche, die in eine Kiste passen. Und zum Zweck des Umklammertwerdens aus eben dieser Kiste herausgeholt wurden. Wozu die Kiste vollständig auf den Boden entleert wurde, wo inzwischen auch das in die Freiheit entlassene Flugzeug wieder stand.krakechefkoch
Kaum hatte ich den Krakentieren (dem vierjährigen und dem genähten) Motorräder und Autos entwunden und drehte mich um zum Flugzeug, um es wieder der Umarmung seines praktischen Wandhakens-mit-Benefits zu überantworten, krachte es ordentlich in der Spielküche. Und in einem Explosionsradius von ungefähr acht Metern um die Spielküche herum. Gerüchten zufolge wurden versprengte Einzelteile noch im Nachbarhaus gefunden.
Der Wandhaken kocht nämlich so sehr gern, wie mir eifrig versichert wurde.

Als ich mit dem Aufräumen fertig war, war es schon spät, und alle waren müde, es war Bettzeit. Auf meine Frage, was der junge Herr heute Abend zu lesen wünsche, deutete er nur grinsend auf den Wandhaken. Na, passt ja immerhin. Die restlichen Bücher, aus den Regalen gerissen und zu malerischen Bergen aufgetürmt, bildeten eine passende Kulisse, während wir zur Tat schritten und den Wilden Kerlen das Feld überließen. krakebuch

Und so sah der Wandhaken am nächsten Tag aus:
krakefreizeit

Hatte nämlich frei. Muss auch mal sein.

Das Flugzeug haben wir nie wiedergefunden.
Na gut, das ist zum Glück gelogen. Es wohnt weiterhin da, wo es halt gerade wohnt, also überwiegend da, wo ich gerade langschlurfe, ohne genau hinzugucken, weil Müde-und-Augen-zu oder Irgendwie-in-Gedanken-die-sehr-abrupt-unterbrochen-werden, also quasi wie ein zweiter Hund oder eine dritte Katze, die wuseln einem ja auch ständig vor die Füße.

krakenkuscheln
Der Wandhaken heißt inzwischen Sassa (von Tausendsassa) und arbeitet eigentlich nie. Wenn sie nämlich arbeitet, kann man mit ihr nicht kuscheln, und da sie sich zum Kuscheln offenbar ausgezeichnet eignet, vor allem, wenn man bei sesamstraßeninduzierter Aufregung mal ordentlich mit den Saugnapf-Kamsnaps rasseln muss … na, man kann es sich ja denken.

Ich kann das Nachnähen also sehr empfehlen. Ordentlicher wird die Bude davon aber nicht, hrhrhr.

Sassa schwimmt heute tatendurstig beim Creadienstag vorbei, bei Made4Boys, bei Kiddiekram und bei Nina, der allerbesten, weil ihr (Sassas, nicht Ninas) Haken voll upcyclingmäßig aus der Seitennaht einer alten Jeans besteht, ihr Hinterkopf aus einem alten T-Shirt, die Augen aus Stoffresten und die Eingeweide (oder das Hirn? Weil ja nur der Kopf gefüllt ist?) aus einem alten Kissen, das der Hund teilgefrühstückt hat.

Ich hoffe, ihr habt es auch alle schön. Vielleicht sogar schön UND ordentlich? Letzteres geben wir mit zunehmender Altersweisheit übrigens zunehmend auf, wir sind einfach nicht dafür geboren. 😉