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Gestern habe ich dieses mit Bleistift bekritzelte kleine Holzpferdchen gezeigt. Aus dem wurde, wen wundert es (trotzdem Trommelwirbel): ein Stempel.

Ich habe vor dem Studium und ein Stück ins Studium rein gern eigene Brettspiele entwickelt, von denen es drei fast in einen Verlag geschafft hätten, aber eben nicht ganz, und irgendwie habe ich es dann aus den Augen verloren und anderes Zeug gemacht. Eine ganz große Affinität zu Spielmaterial (und natürlich zu Brett- und Kartenspielen) ist mir aber geblieben. Ab und zu kaufe ich Blankospielmaterial, um damit herumzualbern und es, räusper, einfach zu haben (habenhabenhaben!). Besonders springen mich dabei natürlich diverse kleine Holzviecher an.
Das hier zum Beispiel:

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Mir fällt gerade auf: Das ist eine andere Form als die Pferde aus der Agricola-Erweiterung „Die Moorbauern“, die hier eines Tages bestimmt noch einziehen wird … vor allem jetzt, da ich nachgesehen und entdeckt habe: Die Agricola-Pferde haben ja einen SCHWEIF!!!
Mit dem fast fehlenden Schweif habe ich nämlich ganz schön gerungen.

Eigentlich ist es ja ganz einfach. Hat man Umriss, zeichnet man nach, überträgts aufs Stempelgummi, schnitzt es aus, et voilà und krawumm und in diesem Fall auch unbedingt HEUreka … Stempel! (Kann man dann sogar die Holztiere – einseitig – bestempeln, hrhrhr, famos!)

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In der Praxis erwies ich mich dann aber als sehr unzufriedene Person.

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Ganze Herde geschnitzt, ehe ich einigermaßen zufrieden war. Ich bin ja schon wenig entzückt, dass das Tier zweibeinig bleiben muss, weil es sonst nicht passt (ich wollte, dass man der Holzrückseite nicht ansieht, dass auf der anderen Seite ein Stempel ist, also keine Überhänge). Und mit dem Schweif hab ich auch gekämpft. Und dann die Beine – erst wollte ich sie ganz stark vereinfacht machen. Aber vereinfachen muss man können, und ich … wollte es dann doch lieber etwas detaillierter. Jede kleine Veränderung bedeutet: neuer Stempel.

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Das Ergebnis mag ich jetzt aber sehr (davon abgesehen, dass ich die Hufe gern etwas weiter nach hinten setzen würde, aber das Gesicht bekomme ich nicht noch mal exakt genau so hin, und das mag ich jetzt so, also sollen die Hufe sein, wie sie sollen, man muss Prioritäten setzen). Ist deutlich zierlicher als das Holztier – irgendwann mache ich noch ein ganz dickes Pony. Als nächstes aber erst mal einen genau spiegelverkehrten Rappen, den ich auf ein schwarzes Holzpferd montiere klebe.

Und danach … hab ich auch noch reichlich zu tun. Uff.

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Jawohl, es macht ein ganz kleinwenig süchtig. Das ist so eine uralte Hassliebe – mit Vorgaben arbeiten. Ich ärgere mich immer ein bisschen über Vorgaben, aber sie geben ja auch Halt im unendlichen Meer des Möglichen, in dem ich mich sehr gern heillos verirre und verzettle und mit Piraten in Clinch gerate und auf einsamen Inseln Schiffbruch erleide und all so was; und es hat einen ganz eigenen Reiz, mit dem zu arbeiten, was eben da und machbar ist.
Und ich bin sehr hingerissen davon, dass man diese Stempel hinstellen kann, macht sich ganz prima im Regal.

Möchte irgendwer ein Stempelpferd haben? Einfach Bescheid sagen. (Edit(h) sagt: Pferdeherde ausgezogen). Die vier links ziehen ansonsten in den Kindergarten oder in die Schule. Sind allerdings nicht auf Holzpferden festgeklebt, von denen hab ich nicht so viele, die müsste man selbst noch auf ein kleines Klötzchen kleben, mit lösungsmittelfreier Klebe (ganz wichtig, sonst löst das Lösungsmittel nämlich ganz fleißig das Stempelgummi auf).

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Die Pferde galoppieren jetzt beim Creadienstag vorbei (liebe Güte, war ich da lange nicht mehr), und ihr galoppiert hoffentlich fröhlich in die angebrochene Woche hinein.