Fernfreundschaften

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Wenn das Yak nicht zur Prophetin kommt …

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… dann klettert die Prophetin eben zum Yak hinauf.

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Angefreundet. Schön! Allerdings nur kurz, denn das Yak saß bereits quasi auf gepacktem Beutel. Zieht (erst mal) nach Tibet. Gut, dass es das entsprechende Fell dafür hat!

Freunde in der Ferne sind ja auch wunderbar, auch wenn man sie oft gern näher bei sich hätte.

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Ehe das Yak nach Tibet geht, wird noch rasch beim Creadienstag vorbeigestapft. Und die kleine gehäkelte Miss Sophie von letzter Woche möchte, so entschied nicht die Prophetin, sondern das Los, gern zu Marietta ziehen. Marietta, magst Du mir noch Deine Adresse an die_viecherei(kringeldings)gmx.de schicken?

So. Die Prophetin sagt, Zeit, dass wir alle hier uns aufraffen. Wieso fängt die Schule eigentlich so verflixt früh an? Grunz.

Penguin to be

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Habe gestern am Pinguin rumexperimentiert. Ich habe ja auch welche mit weißem Bauch gefilzt, aber das war mir zu viel Farbwechsel, also ein Graubauchpinguin.

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Ja, so ein bisschen Schnabelflügelaugen fehlt noch. Bin insgesamt nicht unzufrieden, aber die Augenflecken sind gar nicht so leicht halbwegs regelmäßig hinzubekommen, das ist beim Häkeln eine ganz andere Nummer als beim Filzen. Notizen für den nächsten Novizenversuch: Eine Reihe früher beim Grau Maschen abnehmen, eine Runde früher mit Schwarz anfangen, sodass oben eine Reihe weniger weiße Flecken ist und das arme Tier nicht die Augenbrauen so hochziehen muss, quasi, und zwischen den weißen Flecken nur eine schwarze Masche, nicht zwei.

Und außerdem, wichtige Erkenntnis: Vom Kopf her anfangen. Maschen zunehmen gerät (mir?) gleichmäßiger als Maschen abnehmen. Ist viel leichter. Also ungefähr so wie im echten Leben.

Der Nasenbär weiß auch noch nicht so recht.

pinguin-to-be_zwiesprache

Weil ich aber für einen ersten Pinguinversuch schon ganz zufrieden bin, so zufrieden sogar, dass der Kleine Schnabelflügenaugengedöns bekommen wird, hopst er jetzt zum Freutag. 😉

Knubbelsophie

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Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah! Mein Rechner brummt, und ab und zu schubs ich ihn, dann hört er auf (streng genommen brummt auch nicht der Rechner, sondern seine bisweilen in erregte Vibration versetzte nähere Umgebung). Und eben hatte ich gerade den Blogeintrag fertiggeschrieben, da brummte es, ich schubste zartfühlend, kam dabei an den Einschaltknopf, und bumms, war der Rechner aus. Weil der Einschaltknopf halt auch der Ausschaltknopf ist. Grumpf.

Ich glaube nicht, dass ich im letzten halben Jahr schon mal so dumm geguckt habe. Argh!

So. Jetzt nicht mehr viel Zeit, haha. Drum in aller Kürze:

Körbchen mit ersten bis neuesten Häkelversuchen:

Hat mir Gabi per Skype gezeigt, also die Häkelgrundlagen, war grandios – Gabi, das war SO schön!!

Gabi war es auch, die auf die Idee gekommen ist, Sophie nachzuhäkeln. Weil sie VERRÜCKT ist! Hat mich angesteckt, und drum hab ich mich auch dran versucht. Voilá:

knubbelsophie

Drei zentimeter hoch. Zu klein für das Garn, das an einer so kleinen Maus auf einmal grob aussieht, und auch bisschen zu klein für meine allerkleinsten Knopfaugen (4mm). Aber trotzdem süß!
Probier ich dann demnächst noch mal mit dünnerem Garn und einer kleineren Nadel und leider auch mit einem neuen Dingsbums. Häkelmuster? Wie heißt denn das? Na, jedenfalls muss ich das dann neu austüfteln, aber zum Glück ist das nicht so schwierig, wie ich befürchtet hatte.

Zuerst will ich aber einen Pinguin ausprobieren.

pinguinfamilie5

So einen kleinen dicken, nicht so einen großen – ist mir, ehrlich gesagt, wirklich ganz und gar ausreichend viel Farbwechsel bei dem Kleinen, puh.

Und weil ich vor lauter Zeug und Dings und Bums und Sachen und Angelegenheiten mit den neuen Hexagonstempeln für die mustermittwöchliche diesmonatliche Sammlung nicht fertig geworden bin, hab ich passend zur Knubbelsophie Mäusagone gemacht. Bittesehr:

maeusagone

War so eine Verlegenheitsaktion, aber jetzt mag ich die total gern.

So. Schluss jetzt mit Bloggen, hier muss ein Kind gekitzelt werden (stimmlos zu Hause geblieben und darob sehr entzückt, denn bis auf die Stimme fehlt ihm eigentlich nix), und dann noch so Arbeitsquatschbäh.

Möchte jemand die kleine Knubbelsophie adoptieren? Seit ein Bild der ersten Filzmaus es irgendwie auf Pinterest geschafft hat, ist es da ganz schön wild spazierengegangen, und es fragen ganz schön viele Leute wegen kleiner Filzmäuse an. Ich glaube aber nicht, dass ich es schaffen und wollen werde, inzwischen fast achtzig angefragte Mäuse zu filzen (Hilfe – ich bin ganz doll gerührt, aber auch ein bisschen erschrocken), ich finde, alle ein, zwei Monate eine kleine Maus reicht völlig. Deshalb verschenke ich die kleine Knubbelsophie – falls sie also jemandem ein Trost oder auch eine Freude wäre, einfach kurz per Kommentar Bescheid sagen. Falls es mehrere Interessenten gibt, entscheidet am Sonntag das Los. Bitte nur in liebevolle Hände!

So. Schöne Restwoche euch – ich kitzle jetzt pflichtbewusst Manuskripte und korrigiere Kinder. Und schalte den Rechner hoffentlich nicht gleich schon wieder aus, ehe ich das hier online gestellt habe.

Hexhex. Und noch mal Hex.

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Es ist immer noch Januar. Und damit noch immer Hexmustermonat bei Frau Müllerin. Das ist sehr gut, denn dank der drei Neuzugänge mussten die Hexagone aus der langsam aus allen Nähten platzenden (kleinen) Musterstempelschublade in ihre erste eigene WG ziehen.

hexagonstempel

Damit lässt sich inzwischen schon was anfangen, siehe unten (Klick aufs Bild machts groß). Wobei ich gern statt des Sterns was Florales in die Mitte geschnitzt hätte, so bei näherem Nachdenken.
Die Postkarte rechts oben hab ich auf dem Foto der Postkartenkiste im Musterpost letzte Woche entdeckt – sind ja auch Hexagone! Der Stempel wohnt allerdings nicht mehr hier, sondern bei Gabi.

Genau wie der hier, der ja auch ein Sechstelhexagon ist:

hex_kachel

Urgs, jetzt hab ich in der Musterschublade noch zwei Sechstelhexagone entdeckt, aber die zeig ich nächste Woche, die Kamera schlummert schon.

Mit so einem Sechstelhexagon lässt sich natürlich auch etwas weniger streng Sechseckiges anstellen, und im Skizzenbuch hab ich dann noch den Oktopus (der auch bei Gabi wohnt) wiedergefunden … ich glaub, ich ziehe nächste Woche mal ein Hexagon lang, so wie den – allerdings mit gleichmäßigen Winkeln –, und probier dann damit ein bisschen rum (auch hier: Klick auf Bild = großes Bild).

 

Mit allen sechs Hexagonen (und so ein bisschen Geviechere drumrum) wird es schon ganz schön wüst, hihi! Eigentlich wollte ich das fertig bestempelte dicke Papier nach erfolgter Wüstherumstempelei in vier Postkarten zerschneiden, aber das bring ich gerade nicht über mich.

Wer gerade Langeweile hat, kann die kleinen Blumen zählen, die im Bild wachsen, es sind genau … also, jedenfalls habe ich beim Stempeln gezählt und weiß es. Eine Blume für jedes Lebensjahr unseres kürzlich schwer gealterten und jetzt quasi erwachsenen Geburtstagskindes (sorry, Mutsch, jetzt kannst Du natürlich nicht mehr mitraten, ich hoffe, Du hast gerade keine Langeweile).hexagon_mit_viechern

Und auch hier mag ich das Schmuddelblatt wieder echt gern – den Zettel, den ich untergelegt hatte, damit ich beim Überdiekantestempeln nicht den Schreibtisch verziere, und zum Stempelsaubertupfen (ich mache die nie richtig sauber, dafür bin ich viel zu faul, sofort abtupfen ist auch super. Außer, wenn man danach mit einer helleren Farbe stempelt. Aber na ja, man kann nicht alles haben).
Die Zettel sammle ich und nähe Briefumschläge draus. Nur Behördenpost reist noch in gekauften Umschlägen. Wobei – wieso eigentlich? Ich glaub, das werde ich mal ändern.

hex_kladde

So. Jetzt widme ich mich einem ganz unhexagonalen, dafür sehr kleinteiligen Problem, und zwar: Was mache ich hiermit?!?

buntstiftfeuerwerk

Hab die ganzen Stifte des mitunter auch sehr faulen Kindes (woherhatesdasbloß) angespitzt, das sie immer bis aufs Holz niederkritzelt und dann immer eher halbherzig dran rumspitzt, bis man halbwegs wieder damit malen kann. Ich weiß ja, solche Faulheit soll man gar nicht unterstützen, aber ich spitze gern Stifte an, und das Kind war hocherfreut, es mag frisch angespitzte Stifte nämlich eigentlich sehr gern.
Und jetzt hab ich hier diese wunderschönen bunten Schnipsel und mag sie nicht wegwerfen. Was mach ich damit? Mir fällt schon irgendwas ein.

Angesichts von Wiederverwertung von Manuskriptrückseiten als Kladdezettel und Wiederverwertung von Kladdezetteln als Briefumschläge und von wiedergefundenen alten Stempeln beziehungsweise zumindest deren Abdrücken spaziere ich auch bei der Papierliebe am Montag vorbei, wo Susanne diesen Monat alt und neu sammelt.
Monatsthemen find ich super – eine Weile intensiv mit einem Thema beschäftigen, dann, ehe es einem langweilig werden kann, weiterhopsen. Wir hatten mal in der Schule im Kunstunterricht ein „Pfeilprojekt“, da sollten wir recht kleinformatig (ich glaube, 15x15cm) das Thema „Pfeil“ so wild variieren, wie es uns einfiel. Ich habe keine Ahnung, wie viele Pfeile ich produziert habe, es müssen Dutzende gewesen sein. Das war so großartig, ich hätte danach am liebsten sofort mit einem neuen Thema weitergemacht, aber stattdessen haben wir dann Paprika gezeichnet, glaub ich. Die Pfeile aber – unvergessen.

Ein schönes Bergfest in der Mitte der Arbeitswoche wünsch ich euch!

 

Ein Ozean zum Werfen

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Das Kind hat neulich zum Geburtstag zwar keine geputzten Fenster bekommen, hust – lassen wir die Fenster mal ganz schnell klirrend untern Tisch fallen –, aber dafür einen ganzen Beutel voller genähter Säckchen. Zu meinem großen Entzücken war es sehr entzückt.

wurfspiel_beutelvoll

Vorderseite mit gemeinerweise eingenetzten Meeresfrüchten. Oben kann man reingreifen. Also in den Beutel eh, aber auch in das Netz. Völlig sinnlos, aber juchhu.wurfspiel_beutel

Rückseite mit dramatischen Bildbearbeitungseffekten. Man sieht gar nicht, dass ich das Ganze gebügelt habe (um die Stempelfarbe zu fixieren). Oh, ha … die Fenster hatte ich übrigens natürlich auch geputzt, sieht man nur nicht! So ist das bei uns. Ich schufte mir ständig tierisch einen ab, man siehts nur nicht. Selbst die frisch zusammengelegte Wäsche legt sich auf geheimnisvolle Weise wieder auseinander und sieht dann gar nicht mehr zusammengelegt aus. Wir müssen so eine Art umgekehrte Heinzelmännchen im Haus haben!
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Im Stempelmeer gibt es Haie, Mantarochen, Seepferdchen und so eine Art Clownfische.wurfspiel_3pkt_2

Scheußlich schlechtes Foto, aber ich leg die jetzt nicht noch mal alle aus, weil zu faul beschäftigt: Zwei Farben, je zwei Haie, drei Mantas und fünf Seepferdchen/Clownfische (sind im Spiel beide ganz unten in der Nahrungskette, drum quasi dasselbe). Die Säckchen sind mit Granulat gefüllt und lassen sich prima werfen, man muss nur immer ein bisschen aufpassen, dass nicht der Hund seinen Kopf in die Flugbahn hält und dann ganz unschuldig-erstaunt vor sich hinglotzt, wenn ihm dann, was für ein Zufall, eins von den Dingern GENAU ins Maul fliegt. Sapperlot, wie konnte das passieren, aber jetzt, wo ichs schon angesabbert hab, darf ichs doch bestimmt behalten?!? Der findet das Spiel super und würde gern ein paar Extraregeln für liebe kleine Hundetiere einführen.wurfspiel_alleviecher

Die vier Sorten im Überblick. Sind mit Versacraft gestempelt, ich finde das Ergebnis ziemlich prima, satt und klar, aber man muss es leider bügeln, das ist in meinem Universum igitt.wurfspiel_3pkt_2

Man wirft abwechselnd, danach wertet man aus. Ist eigentlich ganz einfach – alle Säckchen, die mit der Oberseite nach oben gelandet sind und einander berühren, gehören zusammen zu einem Korallenriff und werden dann begutachtet.

Seepferdchen allein (ob mit oder ohne umgeflippte, also nicht zählende Säckchen dabei): 1 Punkt, weil nicht gefressen worden.


Hai (oder Manta) allein: 1 Punkt Abzug, hier für Rot, weil armer Hai (Manta) hungrig geblieben!wurfspiel_-1pkt
Manta frisst Seepferdchen (von eigener oder anderer Farbe, das ist ihm egal): 1 Punkt für Weiß.wurfspiel_1pkt

Zu früh gefreut – 2 Punkte für Rot, Hai frisst Seepferdchen UND Manta!wurfspiel_2pkt

Wieder zu früh gefreut: Zwei Haie teilen sich die Beute, einen Punkt für beide (oder, für Rechenfaule: zählt nicht).wurfspiel_1_1pkt

Oha! Jetzt hat Rot es doch noch für sich entschieden … und der weiße Hai (hrhrhr) wird gleich mitverspeist, wenn man schon mal dabei ist. Drei Punkte für Rot.wurfspiel_3pkt

Ja, so ungefähr halt. Nicht sehr raffiniert, aber spielbar und ganz vergnüglich, auch wenn man echt ganz schön flucht, wenn einem einer der zwei kostbaren Haie umkippt. Sonderregel laut Kind: Zwei Mantas können zusammen einen Hai fressen. Müssen wir noch fertigtesten. Und es werden noch Schiffe (zum Einsammeln des gesamten Haufens), je ein Buckelwal (der Fische und Seepferdchen beschützt) und ein Riesenkrake gewünscht (der Schiffe und Buckelwale frisst). Muss mir also keine Sorgen machen, dass ich mich in nächster Zeit langweile.
Nächstes Mal erfinde ich aber ein kooperatives Spiel statt so einer martialischen Riesenfresserei, so. Vielleicht eins mit Monstern.

Der Fuchs hat übrigens Gesellschaft von einem Schneeball bekommen. Gabi hat mir per Skype Häkeln beigebracht, und Bälle gehen schon sehr gut. Ich hab das ja vorher noch nie gemacht und fand es verblüffend kompliziert, aber sobald mans erst mal rafft, ist es eigentlich gar nicht schwierig. Also – solange man sich nicht verzählt. Theoretisch gar nicht schwierig. Gut, dass man jederzeit ein Stück wieder aufribbeln kann!

 

Als Kind hatte ich einen ganzen Sack voller Tiere, einen gehäkelten Sack, den man zu einer Zirkusmanege ausbreiten konnte, und darin waren lauter Tiere, die meine Mutter gehäkelt hatte. Hab ich sehr geliebt. Mein erster Hund und ich sind quasi wortwörtlich gemeinsam in diesem Zirkus aufgewachsen, ich habe das Netz ständig mit mir rumgeschleppt oder das Netz mich mit sich. Hab sogar noch ein Beweisfoto gefunden. Und ganz nebenbei kommt mir unsere Fensterbank gar nicht mehr so vor, als wäre an ganz arg vielen Stellen der Lack ein bisschen abgeschlagen, hihi, ist doch noch total moderat!zootiere

Ab zum Creadienstag mit dem ganzen Krempel. Ich geh jetzt am Hund schnuppern. Der hat sich vorgestern Abend frischen Zitronenduft zugezogen, keiner weiß, wie und wo … vielleicht hat er sich in einer frisch ausgepressten Zitrone gewälzt? Riecht jedenfalls famos und tausend Mal besser als toter Fisch oder Fuchskacke!

murphy

Hexagonaloffensive

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Achtung, hier kommt ein ganzer Schwung Zeug.

Frau Müllerin mustert mit Hexagonen, da mustere ich mit! Ich weiß nicht, wie genau es passiert ist, ich hab relativ planungsfrei erstmal rumgeschnitzt, mit selbst aufs Papier geschmissenem Hexagon, das so ein klein wenig … na ja, die Kantenlängen könnten wohl regelmäßiger sein.
Und dann fielen mir die ollen (obwohl nicht hexagonförmigen) Reliefkacheln im alten Elbtunnel ein, und ich hab noch ein Hexagon mit Fisch drin geschnitzt.
Fisch im Blumenmeer. Öhm. Guckt auch nicht ganz überzeugt, das Tier.

Aus den Probebögen (auf der Rückseite von korrigierten Manuskriptseiten gestempelt) hab ich einen Briefumschlag genäht. Doppelrecycling.

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Dann hab ich noch einen leeren Hexagonstempel geschnitzt und mit Meisen und Spatzen gefüllt. Überzeugt mich aber nicht ganz, wie sie da tun, als säßen sie in einer Hecke, ich glaub, zentriert und „kachelartiger“ gefällt mir besser.

hexagon_mit_voegeln

Hab sie trotzdem noch zu Postkarten zerschnitten, und so gefallen sie mir schon besser. Jedenfalls bis zum …

hexagonpostkarten

… Einsortieren. Ich habe die Fächer „Muster“, „Vögel“ und „anderes Viehzeug“ (keine Ahnung, wieso ich so viele Vögel schnitze, ehrlich, so wahnsinnig gern mag ich das Flatterzeug gar nicht. Also … schon gern. Aber das Verhältnis zwischen Vogelstempeln und anderen Tierstempeln spiegelt nicht mal ansatzweise das tatsächliche Verhältnis von „Maikes Liebe zu Vogelviechern“ und der zu anderen Viechern wieder).
Hm. Rätselhaftes Universum, sogar da, wo man es wortwörtlich eigentlich selbst in der Hand hat.

Hab mich dann für die Abteilung Vögel entschieden. Ganz hinten, damit sie sich mal ja nichts einbilden.

postkartenschachtel2

So übrigens guckt der Hund immer, wenn ich auf der Fensterbank rumfotografiere, weil er ja vor der Heizung in meinem Arbeitszimmer am allerliebsten schläft und so knipsende Zweibeiner echt oll findet, wenn denen nicht mal eine entschädigende Kleinigkeit zu essen runterfällt.

hundetier

Die neuen Stempelkissen (Versafine) stempeln beim zweiten Abdruck immer noch klar und gut, und weil ich das zu schade zum Abwischen finde, stemple ich damit dann meist auf Rückseiten von Manuskriptzetteln oder auf große Klebe-Etiketten – die Kinder in der ehemaligen Kita unseres Jetztschonschulkindes basteln, schneiden und kleben damit mit großer Inbrunst wild herum.
Blasser als die Originalstempel, aber immer noch hübsch, finde ich.

stempelsticker

Die Schildkröte! Die ist ja neu. Da, das hier ist der momentane Stand der Meerestierstempelsammlung (die Seepferdchen sind mein Favorit, mit denen könnte ich die halbe Welt bestempeln. Hab dem Mann auch schon ein temporäres Seepferdchentattoo mit Permanentstempelfarbe angeboten, aber der sagte mir, ich solle weggehen und meinen Kopf ins Klo stecken):

meeresstempelgetier

Die Schildkröte mag ich auch besonders gern, die guckt so furchtbar lieb … der Herr Harlekin-Marlin hingegen wird zu verschenken sein, sobald ich einen „baugleichen“ geschnitzt habe, der ein dunkles Gesicht hat … ich mag das nicht, wenn Fische mich derart anglotzen.

stempel_schildkroete

Hab keinen einzigen weichen Bleistift gefunden, ist das zu fassen? Jedenfalls nicht, ohne aufzustehen, und dafür hatte ich keine Zeit, weil. Also habe ich geguckt, ob Kugelschreiber auch geht. Geht famos, ha!

stempelgummi_und_kugelschre

Im krassen Kontrast zu den gesuchten, aber nichtgefundenen Bleistiften habe ich einen Fuchs nichtgesucht, aber gefunden, und zwar im Gefrierfach. Nanu? Meine Wolle rotiert ja durchs Gefrierfach, als Prävention gegen Mottenbefall (und inzwischen aus lauter Gewohnheit und weil ich es so mag, dicke, eisige Wollwolken zurück in ihre Kisten zu stopfen – das fühlt sich an, als hätte man sie gerade direkt vom Himmel gerupft, Wolle frisch aus dem Eisfach ist super). Und da scheint der kleine, noch unfertige Fuchs irgendwie … vergessen worden zu sein. Er muss dort ein ganzes Jahr gewohnt haben!

Jetzt wohnt er erst mal auf der Fensterbank und bekommt demnächst Augen und den üblichen Kladderadatsch, der ihm noch fehlt.

fuchsfindling

Habe per Mail eine Anfrage bekommen. Es wurden Einhörner gesucht, preisgünstige. Ich habe geantwortet, dass meine da nicht infrage kämen, weil nicht preisgünstig (mal abgesehen davon, dass ich gerade keine Lust auf gefilzte Einhörner habe, aber das kann man ja nicht wissen, wenn man nicht ich ist). Habe ein paar alternative Ideen genannt … und dann erfahren, wie die Preisvorstellungen aussehen.
Dreißig Einhörner für 200 Euro.
Mir ist klar, dass nicht jeder weiß, wie aufwendig Filzen ist. Aber … dass das nicht geht, ist doch eigentlich, also – ist das nicht irgendwie denkbar? Das sind (aufgerundet) 6,70 pro Einhorn (und Mehrwertsteuerkrankenkasseeinkommenssteuermaterial für hauptberufliche Filzmenschen wären da noch nicht runtergerechnet). Hahahaha! Mehr als ein Monat Arbeit in Vollzeit, danach Hände wie ein mittelalterliches Waschweib, und das für brutto 200 Euro … ich hab den ganzen Tag immer wieder leise vor mich hingekichert.

notthatcheap

Und hab dann einen Entwurf für Wollfilzeinhörner gekritzelt (zweidimensionale, aber gefüllte Viecher wie diese Waldtiere hier: klick), den ich mag, das werde ich demnächst mal nähen.
Aber auch das würde, wenn ichs denn verkaufen wollte, nicht nur 6,70 kosten, obwohl deutlich weniger aufwendig als die großen Einhörner.
Liebe Güte, ich muss schon wieder lachen. Und überlege, demnächst mal zu einem entsprechenden Betrieb zu gehen und zu fragen, ob sie uns freundlicherweise die Böden  in der gesamten Wohnung abschleifen und versiegeln würden, ich hätte mir da so ungefähr einen Preis von hundertfünfzig Euro vorgestellt.

wollfilzeinhorn_skizze

Altes und neues Papier marschieren zur Papierliebe am Montag, die Hexagone zu Frau Müllerin, und ich marschiere auch gleich irgendwohin. Muss nur noch kurz fertigkichern.
Und ja, die Preise für Handgemachtes sind oft krass – der Stundenlohn aber im Normalfall echt kärglich. Ich bin froh, dass das sehr vielen Menschen bewusst ist und sie die Zeit zu schätzen wissen, die darin steckt … und ich bin heilfroh, dass ich das nicht beruflich mache, sondern als Hobby. Ich weiß nicht, ob jemand, der sich ohne Zuschüsse krankenversichern muss, sich über solche Anfragen auch so amüsieren kann.

Von Rätseln, Möwen und Meerestieren in der Schublade

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Sooo – als allererste Amtshandlung die Auflösung des ungelösten Rätsels … ich habe mich offenbar ein bisschen missverständlich ausgedrückt, denn die Fortsetzung der Reihen basiert nicht auf den Farben, sondern nur das einigermaßen unspektakuläre Lösungswort.stanzerraetsel_aufloesung

Reihe 1: Lauter Huftiere (sogar lauter Paarhufer), also ist das Lösungstier der Rehbock. Weil er gelb ist, ist der erste Lösungsbuchstabe ein G.
Reihe 2: Nix als lauter Pflanzenfresser – das orangene Rehkitz liefert ein O zum Lösungswort dazu.
Reihe 3: Fünf Tiere, deren Namen aus nur vier Buchstaben bestehen. Am Ende kommt noch der Kookaburra dazu, jedenfalls glaube ich, dass es einer sein soll, also ist das gar nicht lösbar … beim eiligen Rätselbasteln dachte ich, es wäre ein Kiwi. Liebegüte, sorry!! 😀 Das wäre ein grünes G gewesen, war so aber natürlich nicht lösbar.
Reihe 4: Komplementärfarben. Rot und grün, gelb und violett, blau und … orange.

Ich, äh … also, das nächste Rätsel werde ich vorher testrätseln lassen.

Diese Woche habe ich herrliche Post bekommen! Nina hat eine wunderschöne Linol-Möwe geschnitzt und mir auf ein T-Shirt gedruckt (einen Raben hat sie ebenfalls geschnitzt, auch den mag ich sehr gern, aber in die Möwe hab ich mich Hals über Kopf verknallt). Ich habe gefragt, ob wir vielleicht einen Stempel gegen einen Möwen-Stoffdruck tauschen können, und bekam gleich zwei Möwendrucke per Post. Wer mich kennt, weiß, wie selten ich zum Bügeleisen greife (eigentlich nur, wenn ich Farbe fixieren muss), aber da hab ichs sofort getan, eine der Möwen ausgeschnitten und gebügelt und dann gerahmt (Ninas Raben auf Stoff habe ich bereits, und da dachte ich, ich würde sehr gern einen Stoffdruck rahmen, aber so schön der Rabe auch ist … meine große Liebe ist und bleibt die Möwe).

moewendruck

Da guckt sie also jetzt streng-verwirrt, kühn, dusslig und ein klein wenig echsenhaft, so wie Möwen eben gucken, neben meinem Arbeitszimmerfenster von der Wand und bewacht mein Lieblingsbücherregal.
Ich bin ganz und gar hingerissen davon, wie Du exakt diesen Möwenblick eingefangen hast, Nina, und ich freue mich jedes Mal riesig, wenn mein Blick auf dieses unmögliche Tier fällt! Hier in Hamburg sind diese ollen Luftpiraten ja wie eine Art inoffizielles Wappentier (übrigens klauen sie meiner bisher nicht durch Studien bestätigten Hypothese nach zu 99% Touristen die Pommes direkt vom Teller statt den Einheimischen), völlig unmögliche Viecher, und ich liebe sie sehr, ihren Blick, ihr heiseres Geschrei, ihr hinreißendes Luftstromsegeln, ihre Gier … und jetzt habe ich eine im Arbeitszimmer, ohne dass ich um meine, öh, Pommes fürchten muss. Und auf den Hund kacken tut sie mangels Hinterteil auch nichts, harrharr.
Dankeschön, Du hast mir eine riesengroße Freude gemacht!

Worüber ich mich auch gefreut habe: Auf dem letzten Flohmarkt des Jahres im November habe ich einen ganz einfachen kleinen Setzkasten für 50 Cent ergattert, und jetzt stellte sich (nachdem er eine Weile von hier nach dort wanderte) heraus: Er passt von der Höhe her exakt in eine der Schubladen des Schubladenungetüms, das in meinem Arbeitszimmer haust. Hurra!

meerestiere_schublade

Jetzt wohnen meine Meerestierstempel darin, außerdem passendes Masking Tape. ist aber bisschen geschummelt, denn das blaue ist (noch) ein bisschen zu hoch und liegt in Wirklichkeit in einem der leeren Fächer. Was denken sich diese Schubladenungetümdesigner eigentlich? Die schmalen Schubladen passen FAST exakt für DIN A4, sind aber um so ungefähr einen knauserigen, papierknautschigen Millimeter zu schmal (und das ist wirklich eine Dummheit … allerdings passte das Schubladenungetüm zu meiner riesigen Freude auf den Millimeter exakt unten in mein Regal, was grandios ist, also darf ich mich eigentlich gar nicht beschweren). Und, fast noch schlimmer: Die neun niedrigen Schubladen, sie sich auf den ersten Blick so unglaublich sehr für Masking Tape anbieten, dass ich vor lauter Entzücken schon Herzrasen bekommen habe … sind um eine Winzigkeit zu niedrig. Alle. Da passen nur Tapes, von denen man schon so übern Daumen einen halben Meter bis Meter verbraucht hat.
Davon hab ich aber eigentlich auch genug, stelle ich gerade fest. Ich glaube, das sehr selten benutzte Moosgummi muss noch mal umziehen, das wird eine Schublade für Lieblingstapes, denn die sind alle mittlerweile ausreichend kleingenudelt.

So. Last but not least mein Weihnachtsgeschenk an mich selbst, beziehungsweise zum Großteil mit dem Büchergutschein bezahlt, den ich zu Weihnachten bekommen habe (und ja, Mutsch, ich weiß, Du wolltest den Titel für meinen geburtstag wissen, aber ich KONNTE nicht mehr warten): Eins der allerschönsten Bücher der Welt.

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Das da vorne drauf ist ein Baumstachler. Und das ganze Buch ist voller allerherrlichster Tiere – eine Arche ist es, eine Foto-Arche. Bizarre, skurrile, witzige bis urkomische, seltene, nicht seltene, ganz bekannte, seltene Tiere, ganz querbeet einmal durch. Auf den Fotos sind Zootiere abgebildet, denn die Bilder für diesen Band in der Wildnis zusammenzutragen hätte Jahrhunderte gedauert … mehr Zeit, als viele der abgebildeten Arten noch haben dürften, und sicherlich mehr Zeit, als dem Fotografen noch bleibt, drum bin ich sehr froh, dass er auf Zootiere zurückgegriffen hat.

Wunderschöne Bilder. Witzige. Atemberaubende. Ganz tolle Zusammenstellungen. Überwiegend Fotos, hier und da auch längerer Text, beispielsweise über Menschen, die sich sehr für den Erhalt der Natur einsetzen.

Unter jedem Bild stehen der Name der Tierart und ihr aktueller Gefährdungsgrad, soweit bekannt. Bei einigen überkommt mich tiefe Trauer, wenn ich „vom Aussterben bedroht“ lese, bei anderen hüpft mir das Herz, wenn ich feststelle: momentan keine Gefahr. Gerade diese Durchmischung ist wirklich gelungen. Und die Zusammenstellung der Seiten ist so unglaublich schön und oft urkomisch, dass ich beim Blättern den Mund nicht mehr zubekomme.

So. Hund und Kind wollen raus, Schluss mit Schreiben – ich schicke das alles mal zum Freutag und freue mich, dass es den gibt!

Frohes neues Jahr!

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Weil wir hier bei uns alle ganz behaglich rumtrödeln, habe ich kurz ein feuerwerksbuntes Rätsel gebastelt – falls auch noch andere rumtrödeln und was zu tun brauchen.

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Das Lösungswort leitet sich diesmal aus den Anfangsbuchstaben der FARBE des jeweiligen Lösungstiers ab, nicht von der Tierart … ich hoffe, dann ist es ein bisschen eindeutiger, aber wer weiß? Wenn ich bei den Adventsrätseln so ungefähr fünf Dinge gelernt habe, dann ist auf jeden Fall darunter, dass ich auf eine ganze Menge Ideen, die euch so einfallen, vorher gar nicht gekommen wäre.
Stellt keine hohen Ansprüche an das Lösungswort, mit hohen Ansprüchen kann man mir heute echt nicht kommen, ich bin vollgefressen, zufrieden und räume und rödle hier eifrig, aber nicht sehr geistvoll vor mich hin; intellektuell ist bei mir an diesem ersten Tag des neuen Jahres nix zu holen.

Und, äh, zu gewinnen gibt es auch nichts, fürchte ich. Ich finde ja das Prinzip, das Mond ihrem prächtigen Freitagsrebus zugrundegelegt hat, großartig – sie hat jedesmal ein Bienchen verlost, und wer drei Bienchen beisammen hatte, bekam Überraschungspost von ihr. Nach fünf Rebusjahren ist es jetzt erst mal vorbei mit dem Rebus, und nach den Adventsrätseln verstehe ich sehr gut, weshalb, auch wenn ich immer noch betrübt bin … so ein wöchentliches Rätsel macht ganz schön Arbeit.
Wer trotzdem mitmachen mag, nur aus lauter Rätselfreude … viel Spaß mit den kleinen bunten Biestern! Ich löse am Freitag auf.

Die Stanzertierchen stehen symbolisch für etwas, das ich in diesem Jahr vorhabe – nämlich endlich die Sammlung „Wofür zum Geier kann man das denn gebrauchen?“ eröffnen. Wartet mal ab, ich glaube, das wird ganz nett.
Was ist hier bei den Kleinen Viechern nächstes Jahr noch zu erwarten?
Stempel. Klar. Davon hab ich immer noch nicht genug. Ich habe gerade zum ersten Mal Stoff bestempelt und bin hellauf begeistert! So schrecklich entsetzlich begeistert, dass mir fast die Luft weggeblieben ist. Wasmandamitallesmachenkann!! Also … so viel, wie man mit bedrucktem Stoff halt anstellen kann, nicht wahr, aber das ist ja nicht nichts! Da würde ich sehr gern kleine Pakete mit bestempeltem Stoff zusammenstellen und an Leute verschicken, die Lust haben, damit was zu nähen und es dann auch zu zeigen. Mal schauen, ob sich da genügend Interessenten finden (wobei ich auch bei ein, zwei oder drei schon hochvergnügt und sehr gespannt wäre, muss ich gestehen, hihi).
Dann: Wieder mehr Filztiere. Die mussten 2017 sehr zurückstehen, wegen der Stempelei, und ich habe sie vermisst.
Und last but not least (denn das würde ich nie wagen): Miss Sophie. Sie hat jetzt nämlich eine Wohnung bei mir gefunden. Noch handelt es sich um einen absoluten Rohbau, nicht einmal das, denn die Wände sind noch nicht mal zusammengeleimt, aber das wird nicht so bleiben … Miss Sophie hat eine Menge vor! Sie möchte ein schönes kleines Altbaumäusezimmer daraus machen, mit knarrenden Holzdielen, Fußbodenheizung (hm), dunklen Balken, Tür und Fenster und kleiner Küche und lauter schönen, gemütlichen Möbeln.

Das ist noch ein weiter Weg, aber sie ist zu allem entschlossen!

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Weil ich auch bei Frau Müllerins Mustermittwoch dieses Jahr viel mitmustern möchte, verlege ich den fast nie stattfindenden Mäusemontag kurzerhand auf den Mäusemittwoch und hoffe, ich bekomme das so grob übern Daumen mindestens zweimal im Monat hin. Lieber viermal. Aber ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, das Maul höchstens zwölf Mal zu voll zu nehmen, peile also lieber zweimal im Monat an und freue mich, wenns mehr wird!

So. Jetzt helfe ich Miss Sophie dabei, Löcher für Tür und Fenster in die Wand zu nagen und ihre Behausung zusammenzukleben, und wünsche euch einen wunderschönen ersten Abend im Jahr 2018. Klingt fast futuristisch, oder? Sollten inzwischen nicht längst Zeitmaschinen erfunden, Menschheiten ausgestorben und wiederauferstanden, Außerirdische gelandet, Replikatoren erfunden und der Weltraum besiedelt sein?
Liegt bestimmt daran, dass Menschen immer so viel Zeit mit Unfug vertrödeln. Mäusewohnungen bauen statt Raumschiffe, bunte kleine Rätsel ausdenken, statt spektakuläre neue Energiequellen zu erschließen, und so weiter. Ein Hoch auf den Unfug, piepspiepshurra!

 

Unter Wasser

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Ich will schon ewig und drei Tage endlich mal einen weißen Hai schnitzen. Und heute Morgen dachte ich: Eigentlich ist heute ein guter Tag dafür.
Und was zu essen hab ich ihm auch noch dazugeschnitzt, Ehrensache.

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stempelhaiegestempelt_manta

Und natürlich auch noch mal als Postkarte.

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Bin sehr zufrieden mit diesen sehr harten Kontrasten meiner beiden Unterwasserviecher und möchte noch einen Walhai und ein paar Pflanzen, aber jetzt erst mal anderer Unfug. Kind hat Ferien, ist aber unterwegs, und ich glaub, ich hau mich aufs Sofa, wackle mit den Füßen und lese, bis der Mann nach Hause kommt und wir Tzatziki futtern (also ein ganz ungemein weihnachtliches Mittagessen).

Die beiden Unterwasserviecher scharwenzeln noch beim längsten Freutag des Jahres vorbei und bei Andiva, die nächste Woche einen Überblick über ihre bestimmt ungemein fischreiche Stempelkiste spendiert, ehe aus dem wöchentlichen Fischmarkt ein monatlicher wird. Nach fünf Jahren eine sehr verdiente Entschleunigung.

Miss Sophies Adventskalender #24

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Es ist soweit, der Heiligabendmorgen ist da, und auch hier ist Familientrubel und besinnliche Geschäftigkeit, Katzengepiepse und erwartungsfrohes Hundegeschnuffel und dies noch vergessen und jenes noch spontan eingefallen, und das alles selbst mit ausgeschalteten Lampen hell erleuchtet von strahlenden Kinderaugen und musikalisch beschallt von ab etwa sechs Uhr morgens halbminütig melodiös getrötetem „WANN IST DENN ENDLICH BESCHERUNG?!?“ Herrlich!

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Miss Sophie hat ein Gedicht versprochen, und sie hat wirklich sehr, sehr eifrig daran gearbeitet, die kleine Poetin. Nach wenigen Stunden schon präsentierte sie mir einen vom heiligen Geist der Weihnacht regelrecht durchspukten ersten Text:

O Käsebaum, o Käsebaum
Wie gelb ist deine Rinde
Du schmeckst nicht nur zur Sommerzeit
Nein, auch im Winter, wenn’s nicht schneit
O Käsebaum, o Käsebaum
Wie gelb ist deine Rinde

Ich war begeistert und applaudierte, gab aber nach vollumfänglicher Äußerung meines großen Entzückens zu bedenken, dass mir die Verse vage bekannt vorkämen und dass außerdem der Text dafür, dass er lyrisch sein soll, vielleicht doch ein ganz klein wenig prosaisch daherkommt. Miss Sophie reagierte mit allen Anzeichen der Entrüstung ob meines pädagogischen Faux Pas und verschwand im Adventsschächtelchen Nummer 11 (sie sagte, das fände sie aus unerfindlichen Gründen besonders inspirierend), um sich an einen weiteren Versuch zu wagen.

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Dieser lautete dann, nur wenige Stunden später (drei, wenn ich mich recht erinnere):

Ihr Mäuselein kommet, o kommet doch all
Zur Küche herkommet, zum Kühlschrankball
Ihr redlichen Mäuse steht hungrig davor
Und dann erklingt jubelnd ein piepsiger Chor

Leider stand ich auf meiner Leitung und fragte, was denn für ein Kühlschrankball, meines Wissens seien Kühlschränke zumeist eher eckig, nicht rund. Ich fand heraus, dass Miss Sophie ihr kleines spitzes Mäusegesicht höchst eindrucksvoll zur Faust ballen kann, aber sie sagte nichts, sondern entschwand, die Schwanzspitze (mit der sie schreibt) mangels Tintenfass noch mal kräftig ins Fläschchen mit der Stempelkissennachfüllfarbe getunkt, und richtete sich diesmal im Kästchen 22 mäuslich ein.

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Stille Nacht, mausige Nacht
Alles schläft, einsam wacht
Nur ein hungriges Mäusepaar
Alle andern warn vor ihnen da
Ist kein Krümel mehr übrig!
Ist kein Krümel mehr da!

Nach dem Vorpiepsen starrte sie mich erwartungsvoll an.
„Sehr schön“, sagte ich, artig angetan.
„Ja wirklich?“, fragte sie.
„Ja doch!“, sagte ich. Die Metrik, Anlaute, Ablaute, Hin- und Weglaute, die kleinen Vershüpfer, sogar eine kleine Alliteration entdecke man mit ein wenig Mühe und einer Prise gutem Willen, es sei alles in allem überhaupt nichts daran zu beanstanden. Also wirklich sehr schön und echt richtig toll. Das Kästchen Nummer 22 sei offenbar sehr zu empfehlen, darin dichte es sich ohrenscheinlich ganz hervorragend.
Miss Sophie wirkte, als sei sie nur eingeschränkt überzeugt. „Aber?“, wollte sie wissen.
Nichts aber.
Aber weil sie mit typischer Sophiesturheit darauf bestand … ich erzählte ihr also von Jesus, der für die Mensch- und Mausheit am Kreuz gestorben sei. Der das Leid der Welt so tief empfunden habe. Der sehend in Schmerz und Tod gegangen sei, auch und vielleicht vor allem für die, die es auf den ersten und vielleicht auch auf den zweiten bis neunten Blick gar nicht „wert“ seien. Von der Liebe. Von Vergebung. Und von der Auferstehung. Mich deuchte beim Erzählen kurz, die Auferstehung hätte eher mit Ostern zu tun als mit Weihnachten, aber immerhin … das Wesentliche, glaube ich, habe ich irgendwie grob umrissen, und das als Religionsveganer. Also spirituell chronisch unterernährt, da kann man keinen Marathon erwarten.
„Na ja“, schloss ich, nachdem ich es salbungsvoll und mit erfreulich wenig Gestammel über die Bühne gebracht hatte, unter dem forschenden Blick zweier tiefschwarzer Mäuseaugen. „Und darum geht es irgendwie bei Weihnachten. Um die Geburtsstunde jener Liebe, die keine Grenzen kennt. Weißtu?“
„Ich glaube, ich verstehe“, sagte sie leise und ein wenig feierlich und trippelte von dannen, so gut es sich eben davontrippelt, wenn einem faule Maikes keine Hinterpfoten an das runde Hinterteil gefilzt haben. Igelte sich in einer leergefressenen Keksdose ein und schrieb. Und diesmal war sie erstaunlich schnell wieder zurück.

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Alle Jahre wieder
Kommt das Käsekind
Auf die Erde nieder
Wo wir Mäuse sind

Kehrt mit seinem Segen
Ein in jedes Nest
Sagt zu allen Mäuschen
„Kommt zu mir und fresst“

Reicht auch mir sein Händchen
Die Nase, den Fuß, das Bein
Ich lass mich nicht lumpen
Und beiße herzhaft rein.

Mir blieb der Mund offen stehen, dass man einen Spekulatius hochkant hätte hineinstecken können.
„Brauchst gar nichts zu sagen“, erklärte mir das Mäusekind zufrieden. „Ich habe alles genau begriffen, und ich weiß, dass das jetzt gut ist. Schreib das auf deinem komischen Blob oder wie das heißt, damit alle es lesen können. Das Käsekind liebt einen jeden von uns, besonders, wenn wir das gar nicht verdienen, also liebt es die am meisten, die es auffressen. Und das mache ich. Wenn ich es sehe, dann fresse ich so viel von ihm, bis ich fast platze. Und dann gibt es Geschenke. So geht Weihnachten!“
Und mit diesen Worten ging sie schlafen. Aufgeregt, von der eigenen Klugheit sehr erfreut und ohne Abendkeks, was sie sonst nie tut. Weil dann mehr Käsekind in ihren Bauch passt und sie seinem Opfer die gebührende Ehre erweisen will.

Ich hoffe, der Weihnachtsmann traut sich zu uns. Und wenn er es tut, dann hoffe ich, ihm passiert nichts.

Feiert ganz herrlich und habt eine friedliche und entspannte Zeit zwischen den Jahren! Und danke für eure Freude an Miss Sophies Adventskalender, das war wirklich wunderschön.