Miss Sophies Adventskalender 2018 #17

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Eine Woche noch bis Weihnachten. Zeit fürs Plätzchenbacken! Ich verrate euch heute ein ganz einfaches, extrem ergiebiges Rezept, bei dem man nicht mal Teig ausrollen muss.

Ihr braucht ein bisschen leckeren Factis-Fertigteig (ich nehme den blauen, weil ich kein weißes dahabe, ist mir zu bröckelig. Für diesen einen Zweck aber dürfte das weiße ideal sein und besser geeignet als das blaue). Und eine Ausstechform eurer Wahl.

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Die Ausstechform elegant auf dem Teig platzieren und superschlecht fotografieren …elchkeksstempel02

… und feste draufdrücken. Aber nicht mit der bloßen Hand. Weil au. Echt. Au! Habs extra für euch ausprobiert, ist nur für Fakire, Masochisten und wirklich ganz doll Entschlossene zu empfehlen.elchkeksstempel03

Klötzchen oder so drauflegen ist viel besser. Und dann auf den Fußboden legen. (Wer schlau ist, legt alles zuerst auf den Fußboden, statt es auf dem Tisch aufzubauen und dann runterzuräumen, aber mir war nicht klar, wie widerborstig das mistige alte Factis sein würde, und Handstand kann ich natürlich voll gut, wollte ich aber gerade nicht. Und wenn ich auf den Schreibtisch klettere, regt sich der Hund immer so auf.)elchkeksstempel04

Unbedingt ein paar Seiten fertigkorrigiertes Manuskript unterlegen. Habt ihr keins da, braucht ihr eine ähnlich schmackhafte Alternative, aber ich würde schon empfehlen, mit einem Originalmanuskript zu arbeiten.
Auch wichtig: Ringelsocken. Je bunter, desto besser, meine Socken repräsentieren das absolute Minimum.
Es ist unter Umständen hilfreich, wenn man den Stand auf einem Bein und ein bisschen nachdrücklich Herumwackeln ohne Umkippen beherrscht. Also quasi wie Yoga auf einem Klötzchen auf einer Keksform auf einem Factis-Teig auf einem Manuskript. Wer keine Yoga-Erfahrung hat, hält sich bitte mit einer Hand irgendwo fest.
Kichern und Fluchen erlaubt, wirkt sich weder positiv noch negativ auf den späteren Keksgeschmack aus.elchkeksstempel05

Fertiggewackelt. Wozu etwas unterlegen? Darum. Also – wer seinen Boden nicht sehr liebhat, kann natürlich auch ohne Unterlage arbeiten, klar.elchkeksstempel06

Hahaha, voll großartig!elchkeksstempel08elchkeksstempel09elchkeksstempel10

Kann man so schon stempeln, schmeckt aber noch nicht sehr gut. Weil es noch Verzierung braucht, nämlich.elchkeksstempel_ausgestochen

Ordentlich Zuckerguss mit dem Schnitzmesser applizieren!elchkeksstempel11

Und schwupps, kann man im Handumdrehen große Blecke voller Lebkuchenelche backen. Kalorienarm und zuckerfrei – stempelt so viele, wie ihr nur wollt, keiner davon landet auf euren Hüften! (Es sei denn, ihr stempelt ihn mit Absicht dorthin.)elchlebkuchenblech_dunkel

Musikalisch heute Cat Stevens. Damit sich meine freche Mutter heute mal freut und nicht seufzend den Kopf schüttelt und mir erklärt, sie würde natürlich aus lauter Neugier immer reinhören, aber dann oje.
Ich freue mich aber auch. Ich erinnere mich noch genau, wie sie dieses Lied hier manchmal, als ich noch klein war, laut aufgedreht und dazu getanzt hat.* Meine wunderschöne, durchgeknallte Mutter, die in Griechenland ganze Horden Griechen beim Sirtaki in Grund und Boden tanzt. Legt euch bloß niemals mit ihr an, wenn sie schon ein Glas Rotwein getrunken hat. Dann blitzen ihre Augen derart übermütig, dass ich selbst als Tochter Mühe habe, mich nicht Hals über Kopf in sie zu verknallen.

 

*Übrigens Vinyl. Mein Vater hatte eine ganze Weile einen Computerladen, aber wir hatten zu Hause keinen Computer. Es gab schon sehr lange CDs, aber bei uns gab es Kassetten und Schallplatten. Die Blicke von Freunden, wenn sie das gesehen haben, haha! Mich hat es nie gestört. Außer, wenn mir Freunde CDs ausgeliehen haben, die ich dann nur sehnsuchtsvoll angucken und in der Sonne bunt aufblitzen lassen konnte. Deshalb hatte ich dann doch irgendwann in meinem Zimmer einen CD-Player – das revolutionärste Stück Hightech im ganzen Haus. (Inzwischen wohnt aber neben dem lieben alten Röhrenfernseher immerhin längst ein DVD-Player.)
Nicht hauen, Mutsch. Ich hab Dich schrecklich lieb. Und einen Elchkeks extra für Dich hab ich auch aufbewahrt!

ein_elchkeks

Miss Sophies Adventskalender 2018 #16

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Büchner öffnen Tore. Ich habe meine halbe Kindheit in Afrika, auf Madagaskar und Borneo verbracht. Dorthingereist bin ich, indem ich ein Buch aufgeschlagen habe.

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Sind natürlich, wie auch außerhalb der Buchdeckel, sehr unterschiedlich angenehme Erfahrungen.miss_sophie_mittendrinmiss_sophie_unterwassermiss_sophie_unterwasser2

Aber wer fliegen will, kommt ums Lesen nicht drumrum.miss_sophie_vogel

Heute verlose ich eins der schönsten Bücher, die ich kenne (nachträgliche Ergänzung: also inhaltlich schön, die oben abgebildeten Bilder stammen aus Animals: 1419 Copyright-Free Illustrations): Die Letzten ihrer Art von Douglas Adams. Allerdings nicht im Hardcover wie abgebildet, sondern als Taschenbuch. Die finde ich nur gerade nicht. Und ja, die, ich kaufe nämlich mehrmals im Jahr ein paar Exemplare und verschenke sie zu sich bietenden Gelegenheiten. Weil ich dieses Buch so wahnsinnig gern mag und mich der Gedanke, dass es jemandem entgehen könnte, der es ebenfalls geliebt hätte, sehr betrübt.die_letzte_ihrer_art

Wer gemeinsam mit Douglas Adams und dem Zoologen Mark Carwardine auf Reisen gehen möchte und einzigartige, absurde und leider bedrohlich im Schwinden begriffene Tierpopulationen bestaunen möchte, die Douglas Adams so urkomisch und liebevoll beschreibt, dass man vor Lachen und Schmerz fast explodiert (also jedenfalls tut man das, wenn man ich ist): Schreibt es im Kommentar oder per Mail an

mail

(ist eine Grafik, nicht kopierbar, muss man abtippen). Morgen früh vor der Schule zieht das Kind einen Gewinner – wer bis 7:00 schreibt, kommt mit in den Lostopf.
Wer dazuschreibt, welches Tier ihn selbst besonders begeistert, geht mit zwei Zetteln in den Lostopf. (Warnung: Könnte sein, dass ich dann noch ein kleines tierspezifisches Extra mit einpacke. 😉 )

Musikalisch heute wundervoll passend:

 

 

Es ist ganz eventuell möglich, dass eine Freundin und ich mal auf einer Greenpeace-Weihnachtsfeier dieses Lied irgendwie in den CD-Player fabriziert haben. Um einfach mal zu gucken, wie die Reaktionen ausfallen.
Waren sehr unterschiedlich. Sagen wir es einfach mal so: Es gibt eine Menge Greenpeacer mit Humor. Und ein paar ganz ohne. Beziehungsweise nein, das geht sicher zu weit, aber wenn sie Humor haben, dann einen ganz, ganz anderen. Hahahaha, das war wirklich ganz fantastisch schön. Seit Hund und vor allem Kind da sind, bin ich nur noch Fördermitglied, aber manchmal vermisse ich die aktiveren Zeiten schon spürbar.

Habt einen schönen dritten Advent und lasst euch nicht ärgern!

Miss Sophies Adventskalender 2018 #15

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Manchmal versuche ich, andere Elefanten zu filzen als diesen hier. Aber das funktioniert nicht, sie werden immer ganz genau so. Manche etwas dicker, manche etwas dünner, manche bekommen einen etwas längeren oder höher geschlenkerten Rüssel … aber die Verwandtschaft ist ihnen immer deutlich anzusehen.

Dieser hier hat noch keine Augen, genau wie seine Stempelkollegen, die ich dann schicksalsergeben im selben Stil dazugeschnitzt habe. (Mit Klick auf die kleinen Bilder werden sie groß, wenn jemand genauer hinsehen möchte).

 

 

 

Falls jemandem die Elefantenmuster bekannt vorkommen sollten: Letztes Jahr gab es die auch schon, allerdings als Sterne.

https://kleineviecher.wordpress.com/2017/12/19/miss-sophies-adventskalender-19/

Die Grünlilie blüht übrigens immer noch ganz unverdrossen und steht auch dem Nasenbären ganz wunderbar!

lilienbluete

Spät heute, wa? Wir haben bis zehn geschlafen. Das Kind vermutlich wie immer nur bis sechs, aber es war höchst beschäftigt, und sein Zimmer sieht aus, als hätten dort zwanzig Kinder stundenlang gespielt. Ich liebe es wie verrückt, mir diese Spuren seiner Spiele anzusehen, die ganzen Aufbauten … heute ist eine riesige Armee winziger Ameisen (jede einzeln sorgfältig aufgebaut) auf einem Spielbrett mit einem Dschungel (irgendein Tiptoi-Spiel, das wir unvollständig geschenkt bekommen haben und von dem wir den Spielplan behalten haben, weil er sich so toll als Untergrund für genau so etwas eignet) gegen ein paar wirklich übel aussehende Transformer angetreten. Die Vorstellung, wie das Kind ganz versunken morgens in seiner eigenen Welt herumwuselt, während alles noch schläft … da explodier ich fast vor lauter Seligkeit. Und erinnere mich gut, mich hat es beim Spielen auch immer ganz weit weggebeamt.

Musikalisch heute nach Irland. Nächstes Jahr „muss“ ich beruflich dorthin und hänge mit zwei Freundinnen dann gleich eine Woche Urlaub an, wenn wir schon mal da sind. Ich freue mich wie verrückt darauf, und immer, wenn es mir einfällt, muss ich ganz schrecklich viel irische Musik hören.

 

 

Dieses Lied mag ich schon lange gern. Wie genau man mit sechzehn Bescheid weiß, oder, und zugleich diese tiefe Unsicherheit, und beides geht ganz einfach so Hand in Hand, als gäbe es da gar keinen Widerspruch? Und wie intensiv alles ist, auch der Schmerz über fast alles. Ich möchte nicht mehr sechzehn sein, puh, aber ich hege noch immer eine tiefe Sympathie für diesen Spagat zwischen Kind und Erwachsenem, der einen manchmal so in Stücke reißt.

Miss Sophies Adventskalender 2018 #14

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Eigentlich wollte ich heute ein Mängelexemplar zeigen, das gestern bei uns eingezogen ist (bis auf den Stempel allerdings habe ich noch keine Mängel finden können) und in das sowohl das Kind als auch ich schwerst verschossen sind. Aber: Kamera-Akku alle. Und: Handy-Akku alle. Und: Sonnen-Akku offenbar auch alle, finsterstes Grau draußen. Ein Zeichen? Mein Akku ist zum Glück überhaupt nicht alle, ich bin von wildestem Tatendrang erfüllt. Ist bei mir komischerweise immer so im Dezember – vielleicht hab ich ihn ja insgeheim doch ganz gern, den Winter. Aber pssst!

Von der Technik derart aus dem Konzept gebracht, hab ich mal meine schon vorhandenen Fotos für diesen Kalender durchwühlt. Und daaaa, die hier wollte ich wirklich sehr gern mal zeigen – habe ich neulich auf dem Flohmarkt gefunden. Waren vorher bestimmt mal Kekse drin oder so. Ich habe ja ein ganz schönes Faible für Blechbüchsen.
(Miss Sophie übrigens auch, wie man sieht.)

blechdosen_flohmarkt

Der Hund und ich sind bei diesem Wetter gern draußen – es ist kalt und dunkel und grau, aber trocken, und wenn man eine Weile draußen ist – solange es halt hell ist, so ewig ist das ja immer nicht -, dann kommt es einem auch gar nicht so arg finster vor, finde ich. Im Gegenteil. Eigenartig weit, diese graue Welt. Haben im Wald ein bisschen die Ponys besucht, und der Hund war ein bisschen eifersüchtig, weil ich weiche Pferdenasen gestreichelt habe. Hab aber keine Fotos gemacht unterwegs, vergessen.

Wer aus erheblich wärmeren Gefilden kommt, zieht zu dieser Jahreszeit allerdings eindeutig vor, drinnen zu residieren. In den Zoo zu gehen kommt einem ja eher im Sommer in den Sinn – im Winter finde ich es aber auch ganz und gar herrlich. Ist quasi sehr viel familiärer als im Sommer.

Dieses Känguru hier war noch viel näher, als es auf dem Foto aussieht. Das Kind und ich haben gegenseitig unsere Hände festgehalten, damit wir es nicht an den Ohren streicheln. Ich bin sehr stolz auf uns, dass wir es nicht getan haben, das war verlockender als frisch gebackener, noch warmer Schokoladenkuchen mit flüssigem Kern und heißer Kakao nach einem langen Winterwaldspaziergang. Uff. Ich weiß nicht, ob ich die Sehnsucht danach, es doch getan zu haben, in diesem Leben noch mal wieder loswerde. Ich glaube, ich weiß genau, wie sich diese Ohren anfühlen!kaenguruhaus

Meine Selbstbeherrschungsfreude und die Flohmarktfunde wandern zum Freutag, den es erfreulicherweise auch noch gibt.

Musikalisch heute noch ein bisschen Nick Cave, zusammen mit PJ Harvey. (Ich bin, wenn ich was Neues entdecke, immer ein bisschen obsessiv, und im Moment höre ich quasi den ganzen Tag den „Weeping Song“. Damit ich nicht zweimal dasselbe verlinke, löse ich mich jetzt gerade so eben weit genug, um den Sprung zu einem anderen Lieblingsstück von Nick Cave zu schaffen.)

Auch hier muss ich, sorry, immer sehr lachen. PJ Harvey so natürlich und anmutig in ihren Gesten, Nick Cave so bedacht und … argh, Wort, wo bist du? Demonstrativ? Nee. Prätentiös? Nicht ganz. Pfff, egal. Jedenfalls fließt es viel weniger als bei ihr, das finde ich ganz faszinierend zu beobachten. Die Chemie zwischen den beiden hat mich von der ersten Sekunde an umgehauen (sie hatten wohl auch mal was miteinander, aber nur kurz. War, hust, womöglich besser so), und auch hier mag ich, wie beim Weeping Song, den Kontrast ganz furchtbar gern. Im Weeping Song den zwischen der epischen Dramatik und der Komik, zwischen echter Tragik und hinreißender Albernheit. Und hier den zwischen der Intimität und spürbaren Nähe zwischen den beiden und der grauenhaften Geschichte, die sie in ihrem Duett erzählen.

Wer es nicht so arg mit dem Englischen hat: Sie ist verliebt und auch sehr eitel, hält sich für das Beste, was ihm oder überhaupt irgendeinem Mann passieren kann. Er aber hat eine Freundin und verweigert sich ihr. Daraufhin ersticht sie ihn und wirft seine Leiche in einen tiefen Brunnen, damit sie nie gefunden wird.
Momentan ist ja die Gewalt von Männern ein großes Thema. Dass Frauen ebenso grausam sein können, gerät darüber mitunter in Vergessenheit. Ich wünschte, es würde nicht so arg zwischen den Geschlechtern unterschieden. Bei innerfamiliärer Gewalt gegen Kinder sind Frauen beispielsweise gar nicht so unfleißig. Ganz grundsätzlich wohnt uns allen viel Scheußliches inne und viel Wunderschönes. Und es hilft nicht, mit dem Finger auf eine Eigenschaft zu zeigen, die man selbst nicht hat, um sich davon zu distanzieren, wie etwa das Geschlecht, die Religion, der familiäre oder berufliche Hintergund, die Ernährungsgewohnheiten, die Herkunft. Gewalt beginnt da, wo der andere zu einem Objekt wird. Zu einer Projektionsfläche der eigenen Eitelkeiten, Ängste und Blindheit. Das ist ein mächtiger Reflex in uns allen, er ist uralt, und er ist der Anfang allen Übels.

Und jaja, schon gut, das ist alles sehr deep und so, aber natürlich höre ich „Henry Lee“ nicht vor allem deshalb so gern, da könnte ich ja auch stattdessen ein Essay lesen. Ich finde es auch ganz schrecklich sexy. So. Bis morgen!

Miss Sophies Adventskalender 2018 #13

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Um den heutigen Post richtig zu würdigen, am besten zuerst das Video ansehen. Ich glaub, ich hab drei Tage lang durchgekichert. Also – aus Mitgefühl natürlich. Klar.

Heute ist bei mir auch so ein innerer Montag. So ein Eisloch-Tag.Zum Glück nicht in echt … gestern ist unsere Heizung kurz ausgefallen, aber sie tut es wieder, halleluja!

Die Robbe hab ich natürlich als Stempel geschnitzt. Und noch natürlicher dann auch in einer Postkarte verstempelt.robbe_postkarte_mit_eisloch

Auch zu zweit jammert es sich ganz prächtig.doppelrobbe

Und dass die arme Robbe dann – natürlich – auf keinen Holzklotz passt, nicht mal auf die großen von Haba, verwundert einen dann auch nicht. robbenstempel

Das Eisloch kann man auch ausschneiden und durchgucken! Nur muss man dann aufpassen …robbe_eisloch

… genau deshalb. Vorsicht, Miss Sophie, irgendwann flutscht sie bestimmt doch rein!robbe_und_sophie

Siehste. Geschafft.sophie_robbeweg

(Wenn man nicht hinguckt, machen Stempeltiere nämlich manchmal Sachen, die man so nicht erwartet hätte.)

Musikalisch wollte ich ursprünglich was anderes in den Kalender packen, aber dann bin ich vorgestern auf den „Wheeping Song“ von Nick Cave & The Bad Seeds gestoßen. Kannte ich noch gar nicht, bin aber ganz angefixt. Wie putzig sind die beiden bitte? Ich finde Nick Cave sowieso schrecklich lustig, ich hab immer das Gefühl, er ist ein waschechter Bewegungslegastheniker mit großem Rhythmusgefühl. Und dazu diese Nase und überhaupt! Und wenn er dann noch so evil oder tragisch … ich hoffe, ich verscherze es mir nicht mit jemandem, der findet, dass man über diesen Künstler nicht lachen darf oder so. Aber ich kann nicht anders.

Und dieses Video ist sowieso sehr rührend. Es wirkt so hinimprovisiert, so „Ach, lass mal kurz machen“, aber ich finde, es entfaltet ganz schön ordentlichen Sog!

Und weil die Robbe ein bisschen Sog gebrauchen kann, um sich endlich zu überwinden, und weil ja wohl auch der Titel ganz wunderbar zur Robbe passt: Hier habt ihr den „Weeping Song“. Und ich verabschiede mich bis morgen ins tiefschwarze Wasser. (Na gut, nachdem ich gerade die Robbe dreimal geguckt hab, hab ich viel zu gute Laune zum Jammern. Also druff!)

(Und bahahahahaha, diese Tanzeinlagen! Ich könnte so heulen vor Lachen. So hinreißend! Verzeihung.)

Miss Sophies Adventskalender 2018 #12

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Oje, nix für den Mustermittwoch geschafft, dabei lieb ich den doch so! Aber hier ist gerade echt feste Musik, lieber Himmel. Na, immerhin kann ich ja nachher in der Mittagspause mal ganz schnell nachsehen gehen, was die anderen so gemustert haben. Ich mustere gerade Papier mit lauter Buchstaben. Muss ja auch irgendwer machen.

Aber ich wollte mal rasch zeigen, wie das hier mit der Masking-Tape-Verwaltung läuft. Es handelt sich nämlich um einen kleinen Staatsakt. Bereit?

Hier wohnen die meisten Mustertapes und ein Großteil der unifarbenen Tapes:

mt_muster_und_uni

Und dort in der anderen Schublade haben sich ein paar andere gemusterte und unifarbene Tapes wohnlich eingerichtet, außerdem ein paar Textilklebebänder, die Gabi bestimmt bekannt vorkommen, und jede Menge Viechertapes.

Normalerweise wohnen die alle gar nicht unter der so frühlingsfröhlich blühenden Grünlilie, sondern ganz schnöde im Schrank. Also im Schubladenschrank.

mt_ueberwiegend_viecher

Unten in den Schubladen liegen Streifen aus aneinandergeklebten Klopapierrollen oder Geschenkpapierrollen, damit nicht alles durcheinanderkullert. Hab ich irgendwo aus dem Internet, klar. Bestimmt Pinterest oder so.

Und ein Häufchen von ihnen stapelt sich immer über meinem Schreibtisch. Darunter, das Betotenkopfte in Blau und Weiß, residiert die Schreibmaschine, links daneben so ein Dingsbums, das ich mal unterwegs gefunden habe und wegen Hübschigkeit mitgenommen habe, obwohl ich keine Ahnung hatte, wozu es gut sein soll. Ich habe da so eine Theorie, die besagt: Sein ursprünglicher Verwendungszweck ist nicht der, mit Füllwatte vollgestopft (oder derzeit nachfüllbedürftig) herumzustehen und freudig Watte zu spenden, wenn jemand gerade einen Fuchs oder ein Schwein oder irgendwas anderes direkt durch die Bauchöffnung mit Watte füttern möchte, aber ich muss sagen, dass es zu diesem Behufe außerordentlich empfehlenswerte Dienste leistet. Ein ganz ungemein feiner Wattebutler. Gibt es so was? Falls nicht, hab ichs erfunden.
Rechts sitzt ein kleiner Fuchs, den ich von einer Freundin geschenkt bekommen habe, er sitzt mit Blickrichtung zu meinem Arbeitsplatz, wo ich derzeit den ganzen Tag vor mich hinjammere, weil die Arbeit so gemein ist und sich stapelt, wenn man sie nicht erledigt hat, als noch genügend Zeit war.
Und darüber sind Fächer voller Zeug, in denen ich überwiegend Sachen für bald zu verschickende Päckchen sammle. Bald ist bei mir immer so eine Sache. Weil ja sammle. Und dann fällt einem leider doch immer noch was ein. Aber manchmal geht es auch ganz schnell!

mt_schreibtisch

Miss Sophie mag die Blühgrünlilie, und sie stehen einander außerordentlich gut, wie ich finde.

mt_miss_sophie

So. Weg mit mir, ich muss jetzt einen ganzen Tag lang erwachsen sein. Vorher hör ich aber noch einmal sehr laut das hier:

Herrgott, wie sehr ich fröhlich gemeinsam gröhlsingende Männer mag, wenn sie nicht allzu dümmlich sind (und auch nicht allzu oder, besser noch, gar nicht betrunken)!

Die Schiffsfahrt ist übrigens gar nichts für mich. Ich bin völlig seefest, ich bin die, die Medikamente verteilen geht, wenn alle anderen das Deck vollkotzen, und unter Deck oder auf dem Deck oder wo auch immer sofort einpennt, wenn sie sich hinlegt, weil ich die Schaukelei so behaglich finde. Aber in echt finde ich es völlig bescheuert, in so einer albernen Nussschale oder auch was Größerem aufs Meer hinauszuschippern. Da gehören wir nicht hin. Da ist alles ganz doll nass. Wir schwimmen nicht sehr gut. Wir können unter Wasser ganz, ganz schlecht atmen. Der dümmste, kleinste Fisch schwimmt schneller als wir. Wir gehören ganz einfach überhaupt nicht ins Meer! Die Seefahrt ist einer der vielen, vielen, vielenvielen Beweise dafür, dass die Menschheit überhaupt kein bisschen bei Trost ist. Überhaupt nicht das allergeringste bisschen!
Find ich schrecklich herrlich.

So. Arbeit. Ahoi und bis morgen!

Miss Sophies Adventskalender 2018 #11

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Letztes Jahr im Baumarkt hab ich mich verliebt.

In Farbtabellenstreifen. Oder wie auch immer die heißen. Man muss ja, wenn man sich Hals über Kopf verknallt, nicht immer gleich so neugierig nach dem Namen fragen.

Jedenfalls wusste ich gleich, dass wir eines Tages was miteinander anfangen werden.

Hat dann ja dann eine Weile gedauert, aber schließlich wurde das Verhältnis doch noch sehr vergnüglich und fruchtbar!
Also – viechbar.

farbstreifen_mit_viechern

Vergnügt mich maßlos.
Was man damit machen soll?
Öhm. Also: Ich werde ein paar der Streifen in einen Bilderrahmen klemmen und aufhängen. Andere benutze ich als überlanges Lesezeichen. Ein paar könnte ich zu einem Briefumschlag vernähen.
Das muss jetzt an Nützlichkeit für heute aber auch reichen. Sonst wollen am Ende noch alle welche haben!

Der Himmel ist auch im Reich der Farbstreifen nicht immer gleich:

farbstreifen_2heaven

Und vom Himmel zurück auf die Erde geht manchmal ganz schnell. Zwischendurch aber Strandurlaub!

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Camel ist einfach, da müssen natürlich Wüstenschiffe drauf. Über Banana und Cool kann man auch noch reden. Was ich mit Pure mache, weiß ich noch nicht.

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Miss Sophie nutzt die Strefen für einen winterlichen Waldspaziergang und kuschelt sich danach gemütlich ins Warme, ohne dass sie dafür das Haus verlassen muss. Gar nicht dumm. Ganz schön faul, aber gar nicht dumm!

farbstreifen_winterspaziergang

Die Farbstreifen wandern zum Creadienstag. Ich bitte sehr darum, nicht gleich in den nächsten Baumarkt zu stürmen und alles zu plündern. Oder, wenn ihr es doch tut: Sagt nicht, wer dran schuld ist!

Musikalisch wollte ich eigentlich noch mal nach Irland, aber jetzt hab ich mich gerade ein bisschen festgehört an dem hier:

Ziemlich schön! Ich liebeliebeliebe Ronja Räubertochter, und unser Kind kennt das Wolfslied auswendig. Hier kommt ein ganzer Haufen der Lieder aus dem Film zusammen. Räuber in Anzügen, haha! So richtig kracht es natürlich eigentlich nur, wenn man beim Singen auf die Bänke springt und am besten noch ein paar Eier an die Wand pfeffert, wenn man schon mal dabei ist; aber dafür, dass hier keiner auf Bänke springt und auch niemand sich prügelt oder im Schnee wälzen muss … gar nicht übel!

Miss Sophies Adventskalender 2018 #10

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„Hahaaaaaaa, da hast du sie aber unterschätzt!“

Hier feiern gerade drei Mäusecousinen, bewerfen mich kichernd mit Stempelgummiresten und feiern sehr ausgelassen. Denn tatsächlich – von sieben Mitratenden haben fünf bis sechs alle richtig zugeordnet (bei Jesse bin ich nicht sicher, ob es beim zweiten Bild von links nach rechts oder von oben nach unten geht), und bei dem einzigen bis zweizigen Irrtum handelt es sich um eine Bertha-An(n)a-Verwechslung … Sophie wurde immer zielsicher zugeordnet.

maeusecousinen2_loesungmaeusecousinen1_loesung

Ich bin tatsächlich überrascht, weil das auf Fotos echt nicht einfach ist – wow! Gezogen habe ich (jawohl, ich – eigentlich sollte das Kind, aber wir haben heute Morgen furchtbar verschlafen). Damit ich nicht schummeln kann, hab ich alle Namen in eine leere Keksdose gelegt und einen herausgeschüttelt. Jesses Namen habe ich sicherheitshalber mit dazugetan, weil ich da nicht ganz sicher war, und dachte, wenn ich Dich ziehe, Jesse, dann muss ich mir einfach ganz schnell was überlegen, am besten vor der Auflösung dann noch mal nachfragen. 😉 Aber das Schicksal, streng beobachtet von den drei Mäusecousinen, entschied: Eine der beiden Mäusecousinen zieht zu Martina. Herzlichen Glückwunsch! Magst Du mir per Mail noch Deine Adresse schicken?

Um ehrlich zu sein, würde ich euch am liebsten allen Mäuse schicken, aber das schaff ich auf gar keinen Fall mehr, dieser Dezember ist allzu wüst. 😉 Aber ich habe mich riesig gefreut, dass ich offenbar nicht spinne und man die Kleinen ziemlich gut voneinander unterscheiden kann, hurra!

Miss Sophie versteckt sich bis zur Cousinenabreise sicherheitshalber in ihrem Reisebehältnis.

sophieversteck

Musikalisch heute, ehe ich hastig an die Arbeit hopse (neinneinnein, ihr Mäuse, das hat nichts damit zu tun, dass ich euch ärgern will!):

Ich kann Jazz übrigens nicht leiden.
Die Idee von Jazz finde ich ganz unglaublich großartig. Und ich habe schon zwei ganz unglaublich kluge, spannende Leute kennengelernt, die Jazz wirklich aufrichtig lieben, das, was sie mir darüber erzählt haben, spricht mich sehr an. Und dann höre ichs … und es funktioniert nicht. Gaaaah! Ich bin jazzimpotent. Ich würde es SO gern mögen, aber ich mags nicht. Neinneinnein, auf gar keinen Fall mag ichs. Im allerbesten Fall denke ich: Na gut, kann man aushalten. Nicht lange, aber eine Weile. So, das war … ganz okay, aber jetzt geh ich dahinten hin, wo ein schlichter 4/4-Takt und ein bisschen rockiges Gerumpel mich abholen, ohne dass ich mich dafür anstrengen muss. Puh!
Kann man nix machen. Ist wie mit Wein. Ich würde furchtbar gern Jahrgänge und Regionen herausschmecken, ich bin hochgradig fasziniert davon, wenn jemand diese komische Plörre beschnüffelt, atmen lässt und noch mal beschnüffelt und daran nippt und mir dann irgendwas drüber erzählen kann, mit leuchtenden Augen … aber ich selbst schmecke nix. Mir wurde schon extrem teurer und guter Wein gereicht, von einem echten Weinkenner. Mit allem Drum und Dran. Ich bin weinblind. Und jazzblind. Ein Jammer.
Na gut, es gibt größeren Schmerz in meinem Leben, kein Mitleid, bitte. 😉 Aber jedenfalls: „Katzen brauchen furchtbar viel Musik“ – ein gelegentlicher Ohrwurm, und wenn ich es höre (meistens nur als Ohrwurm im Kopfradio, sehr selten richtig), dann fällt mir immer ein, dass ich mit Jazz nur etwas anfangen kann, wenn Katzen dabei sind und eine Geschichte. So wie ich mit Wein nur etwas anfangen kann, wenn es dazu tollen Käse gibt (dann ess ich den und lass den Wein stehen, aber ich goutiere seine Gegenwart und die gegenwart von Leuten, die ihn zu schätzen wissen).

Man kann nicht alles haben, wa?

Miss Sophies Adventskalender 2018 #9

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Neulich wünschte sich jemand per Mail eine Maus von mir. Ich sagte, ich hätte leider gerade nur Miss Sophie da und keine Zeit, eine andere Maus zu machen (und ehrlich gesagt hatte ich auch keine Lust. Und ich filze ja nur, wenn ich wirklich Lust darauf habe. Weil ich sehr faul bin ich fest daran glaube). Darauf der Vorschlag: Ich könne ja einfach Miss Sophie schicken und mir dann eine neue Maus machen.

Leider hat sie mir über die Schulter geschielt (also von der Schulter runter) und mitgelesen.
Oha.
Hat sie sogleich ein Gedicht geschrieben, um ihrer tiefen Mauseseelenkränkung Ausdruck zu verleihen.

Schick doch einfach Miss Sophie
Die isso doof, die merkt das nie
Dass sie nicht mehr dieselbe ist
Und auch wenn sie die Katze frisst
Oder der Hund drauf … uriniert
Ich wette, dass die’s nicht kapiert
Die ist so klein und weiß und blöd
Dass sie einfach nix versteht
Miss Sophie eins, zwei oder drei?
Egal. Banal. Ganz einerlei!

Schick mir einfach Miss Sophie
Die isso doof, die merkt das nie
Das Hirn aus Filz, das Herz vom Schaf
Gib her! Ich habe Mausbedarf!

Ich hab dem erbosten Mäusemädchen erklärt, dass es für so große Menschen schwierig ist, so kleine Mäuse voneinander zu unterscheiden. Wollte sie nicht gelten lassen. Also machen wir heute mal einen Test.
Dazu hat sie ihre Cousinen eingeladen.

maeusecousinen

Genau anschauen. Links ist Miss Sophie, in der Mitte ist ihre Cousine Bertha, und ganz rechts ist Berthas sehr kluge, aber leider etwas zu Nervosität neigende Cousine Anastasia (die nach ihrer Mutter benannt wurde, was eine ganz andere und eher unangenehme Geschichte ist, über die wir an einem Adventstag nicht sprechen wollen).

Soooo. Auf den folgenden beiden Bildern – wer ist wer?

maeusecousinen2maeusecousinen1

Miss Sophie glaubt: Das erkennt doch jeder sofort! Ich glaube: Das wird schwierig.

Wer auf beiden Bildern die meisten Mäuse richtig erkennt, bekommt eine neue kleine Mitbewohnerin (bei mehreren Mäusekennern entscheidet das Los).
Wer mitmachen möchte, schreibt einfach bis Montagmorgen 8:00 seinen Tipp als Kommentar oder mir per Mail (Vorsicht, ist nicht kopierbar – ist eine Grafik, kein Text):

mail

Mitmachen darf ausdrücklich und sehr gern jeder, ob gerade frisch auf den Blog gestolpert oder schon länger dabei. Die Kommentare sind zuerst nicht sichtbar, ich schalte sie erst am Montagmorgen frei.

Habt einen wunderschönen 2. Advent! Musikalisch heute für die, die mögen, untermalt von Tori Amos: Winter.

Da sag ich heute aber mal nicht viel zu. Außer vielleicht, dass ich mal mit meinem Vater im Winter mit den Hunden spazieren war und wir einen ganz magischen Platz gefunden haben, ein kleiner Fluss, der sich tapfer den Weg mitten durch den Winter bahnte (für die, die damals noch nicht auf der Welt waren: Früher waren die Winter kalt, und vom Himmel fiel so weißes, knirschendes Zeug, das nannte man Schnee, was beides half, die ganze Angelegenheit vom Herbst zu unterscheiden); fast, aber noch nicht ganz eingefroren war dieser tapfere kleine Fluss, und am Straßenrand stand eine seltsam geformte Straßenlaterne, bei der ich an Narnia denken musste – die seltsame Laterne im Wald hinter dem Kleiderschrank, falls ich mich richtig erinnere. Faune waren aber gerade keine da. Und selbsternannte Schneeköniginnen auch nicht. Nur wir und die Hunde, die sich mit den Nasen grunzend durch den Schnee wühlten wie Wildschweine.
Habe diesen eigenartigen Ort ein paar Tage später und jahrelang immer wieder gesucht. Vergebens. War ja ein magischer Ort und hatte sich folgerichtig danach rar gemacht, wie es sich gehört.
Und wenn ich dieses Lied höre, sehe ich ihn wieder ganz klar vor mir. Dabei habe ich Tori Amos erst vor ein paar Jahren durch eine Freundin zwangsentdeckt, aber schon nach wenigen Zeilen: Schnee, Fluss, Vater, Laterne, Wildschweinhunde.

Ein sehr schönes Geschenk, das ich mir sehr sorgfältig dosiert immer mal wieder mache – nicht zu oft, damit es sich nicht abnutzt, aber auch nicht allzu selten, weil es bisher keinerlei Verschleißerscheinungen an den Tag legt.

Miss Sophies Adventskalender 2018 #8

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Schon nach zwölf, o weh! Zwar ist bei Miss Sophie nicht das weiße Kaninchen aus Alice im Wunderland zu Besuch, aber morgen kommt Mäusebesuch.

zeitzeit

Da muss einiges vorbereitet werden. Zum Beispiel, das ist das Wichtigste, muss am Käse gerochen werden.
Vier Stunden lang.

kaesesophie

Zum Glück alles in Ordnung. Besuch kann kommen!

kaesesophie2

Musik gibts heute auch noch. Gut geeignet zum fröhlichen Rumräumen (was ich zum AUFräumen höre, wollt ihr übrigens gar nicht wissen, haha):

 

Miley Cyrus war mal Hannah Montana, das hing ihr lange nach, jetzt auch bei mir – sorry. Ich finde es aber immer hundsgemein, wenn man Leuten ständig apportiert, was sie früher gemacht haben, und häufig wird ja sogar erwachsenen ehemaligen Kinderstars vorgeworfen, dass sie gar nicht mehr die süßen Kinderlein dutzidutzi von früher sind. Muss schwierig sein, wenn dann die halbe Welt ins elterlich-entsetzte „O neiiiin, so kannst du dich doch nicht anziiiiiiehen, Kind, so kannst du doch nicht rauuuusgehn!!“ einstimmt. Jedenfalls freue ich mich sehr für sie, dass sie es durchgezogen und sich davon befreit hat. Ich glaube, das war kein einfacher Weg, und es ist mir sehr sympathisch, dass sie ihn entschlossen entlanggestampft ist.
Ich bin kein großer Fan von ihren meisten Sachen, aber die Backyard-Sessions mag ich gern, und diese fröhliche, lebhafte Version des uralten „Jolene“ ist meine Lieblingsversion.

Mein Mann hat mal gefragt, weshalb ich das Lied eigentlich überhaupt mag. Immerhin bittet darin eine Frau eine andere, ihr nicht den Mann wegzunehmen, der offenbar willig bis willenlos mitgehen würde. Und du, sagte er, du selbst würdest doch sagen: „Wenn der Trottel gehen will, dann soll er halt abhauen, pöh – einen, der nicht will, brauch ich nicht. Tühüss!“
Tja. Hm. Stimmt tatsächlich. Trotzdem mag ich das Lied. Kann man vielleicht nicht immer erklären?