Babyschabracke

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Gestern bestellt, heute geliefert: So schnell geht das mit der Fortpflanzung innerhalb der Gattung der Stempelschabrackenrüssler. Sie sind (jetzt) nur zu dritt, aber trotzdem nicht vom Aussterben bedroht – wer kann das schon von sich behaupten?

Erst mal mit Bleistift aufgezeichnet – so herum, wie man es zeichnet, wird es bei dieser Methode dann später auch gestempelt aussehen.
Bei den meisten Stempelgummis kann man eine Bleistiftzeichnung ganz einfach übertragen – man legt die Zeichnung auf das Gummi, schrubbelt auf der Papierrückseite ein bisschen herum (falls das nicht reicht: mit Kugelschreiber kritzeln, damit sich die Linien übertragen). Das Abbild auf dem Stempelgummi ist dann mitunter noch ein bisschen verschwommen, das ziehe ich meist noch mit Bleistift ein bisschen nach.babytapir_entwurf

Dann schneide ich an den Außenlinien was weg und entferne anschließend ringsum das Stempelgummi (ich weiß gar nicht, weshalb ich das Drumrum gar nicht wegschneide, schlauer wärs – ab dem nächsten Stempel mach ich das). Probestempeln, korrigieren, noch mal probestempeln …babytapir_bleistiftlinien

Und sobald das halbwegs hinhaut, die Details.
Immer schwierig, die Frage, ob noch was wegnehmen oder nicht – hätte ich die Augen lieber doch ganz rund gelassen? War die Nasenkorrektur am Schluss eine gute Idee? Korrigieren kann man nix; was weg ist, ist weg.babytapir_streifen_und_punkte

Fertig!babytapir_leuchtet

Doof, wenn man GANZ AM SCHLUSS merkt, dass das Tapirbaby zu groß geraten ist – nächstes Mal mache ich die Zeichnung direkt neben Stempelabbildern der stolzen Eltern.tapirfamilie

Auf Block montiert (klingt besser als „geklebt“, wa?) kann losgehen!tapirfamilie_stempel

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Tapirfreuden

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Hurra, das Schweizer Tapirschnitzmesser ist da! Bin heute extra früh aufgestanden und hab vorgearbeitet, damit ich später ein bisschen schnitzen kann und nicht bis zum Abend warten muss.
(So ein Tapirmesser kann man natürlich auch dazu zweckentfremden, andere Sachen zu schnitzen, klar.)

werkzeug

Ist echt phänomenal – ich habe mich leider in meiner übermütigen Unvorsicht ein bisschen verschnitzt, und jetzt schielt, öh, blinzelt der Tapir, aber so what. Man kann damit sohohoooo feine Details rausschnitzen, das wäre mit meinen Schulschnitzwerkzeugen vollkommen undenkbar gewesen! Ist ein bisschen, als würde man auf Stempelgummi einfach zeichnen.
(Das tolle Gerät ist von Pfeil, von ihr empfohlen, von mir entzückt für toll befunden – Nummer 11, U-Form, 0,5mm.)tapir-evolution

Darf natürlich nicht allein sein, das Tier, drum hat es noch schnell einen Kollegen dazubekommen.
Ich hab in meiner Kannmanbestimmtnochbrauchen-Kiste ganz leichte kleine Klötze gefunden und die beiden mit doppelseitigem Klebeband draufgeklebt, das geht ganz hervorragend.tapirstempel

Und auf die Vorderseite auch noch mal draufgestempelt, damit man weiß, was man da eigentlich gerade tut. Der linke Tapir ist leider kopfwärts ein bisschen nebulös, aber das bin ich heute ja auch (und zusätzlich total dreckpfotig), ich darf also nix sagen.tapirstempel12

Schöhöööön! Also das neue Messer. Jetzt bin ich ganz betrübt, dass ich nicht noch ein, zwei breitere dazubestellt habe, aber bei einem Stückpreis von fünfzehn Euro oder so, öhm … ist das eine Anschaffung, die brav noch ein bisschen drauf warten muss, ob ich die Stempelschnitzerei denn auch fürderhin in ausreichendem Maße betreibe. Jedenfalls bin ich gerade ganz arg beglückt und muss mich feste dran erinnern, dass am Wochenende genug Zeit zum Schnitzen sein wird, jetzt aber nicht, hihi.

Ab zum Freutag mit den beiden Kleinen und dem Schnitzmesser. Rutscht wunderschön ins Wochenende rüber, es klopft ja schon fast an die Tür!

Donnerstag, der Tag vor Freutag

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Gah. Den ganzen Tag auf ein bestelltes und sehnlichst erwartetes Linolschnittmesser gewartet, damit ich endlich einen Tapirstempel fertigschnitzen kann.
Um 15:00 losgedüst, Kind abholen.
Zurückkommen, Zettel an der Tür: Paketboten um vier Minuten verpasst.

Muss die Trompetennase noch warten – mit meinem ollen stumpfen Linolwerkzeug ist echt kein Staat mehr zu machen. Aber morgen dann, hurra!

tapirstempel1.jpg
(Oben links noch mit viel Drumrumgezuppel, unten rechts mit widerborstiger Stempelfarbe, weil Stempelgummi bisschen zu glatt, oben rechts dann ein bisschen angeraut, mit Schleifpapier.)

Gleichklang

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Gerade fiel mir auf, dass der Fuchs, den ich letztes Jahr gefilzt habe, und die Blumen auf dem Balkon sozusagen im selben Tempo gewachsen sind – zart und undefiniert …
fox-to-be

… und fertig.
(Da sieht man mal, wie lange der arme Kerl auf Augen und Nase warten musste).
fuchs_und_blueten

Der Fuchs huscht beim Creadienstag vorbei und schaut, ob er dort einen Hasen findet, dem er guten Morgen sagen kann. Nee, keine Sorge, mehr macht er wirklich nicht, er ist ja sehr verträglich. Ehrlich!

adventsmaus_fuchs

Euch eine schöne Woche!

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Quasi Weihnachten

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Manchmal sortieren Firmen „Restbestände“ aus. Und manchmal werden diese Restbestände nicht weggeworfen, sondern verschenkt. Zum Beispiel, wenn jemand sagt: „Mein beklopptes Weib kann so ziemlich alles brauchen, womit man basteln kann.“

Und jetzt ist DAS HIER (buntes Tonpapier zwischen 80 und 160g) zu mir unterwegs.

buntes_papier

Ganz ehrlich, ich hab noch keinen blassen Schimmer, wohin damit, und ganz viel wird der Kindergarten abstauben, die freuen sich schon sehr. Viel werde ich aber auch behalten. Bin schon ganz atemlos vor lauter Vorfreude.

Was für Firmen kleine Restbestände sind, ist für Nichtfirmen oft eine Riesenmenge, und was für Firmen Abfall, ist oft für andere unfassbar tolles Bastelmaterial – auf dieser Erkenntnis basiert das Prinzip von Remida. Das ist eine Handvoll „Läden“, die solche Spenden von Firmen entgegennehmen, sortieren und sehr liebevoll präsentieren, und dann können beispielsweise Kindergärten und Schulen dort gegen einen kleinen jährlichen Beitrag Material holen, teilweise sehr ungewöhnliches. Eine wunderschöne Idee, und der Besuch bei Remida ist ein unvergessliches Erlebnis – wer das Glück hat, in der Nähe eines solchen Ladens zu wohnen (oder mal in der Nähe zu sein), dem kann ich den Besuch sehr empfehlen (am besten vorher Bescheid sagen, ich glaube, angekündigt ist besser – die ehrenamtliche Besetzung hat manchmal viel zu tun). Wer sich das mal anschauen möchte: Klick. Firmen, die etwas spenden wollen, sind dort immer willkommen – einfach anrufen. Brauchbares Material wird gegebenenfalls auch gern abgeholt, die Remida verfügt über einen Fahrer.

Dass wir hier bald über Kartons mit buntem Papier klettern, macht diesen Tag natürlich zu einem waschechten, knallbunten Freutag. Rutscht vergnügt ins Wochenende rüber!

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Schmetterlingstasche mit Schneeflocken

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Wofür man eine Stickmaschine braucht?

Das ist doch ganz klar – um ganz schnell noch eine schöne Tasche für ein Kindergeburtstagsgeschenk zu machen! Ebenfalls zu diesem Behufe braucht man auch immer irgendwelche Kordelreste. Der Mann fragt gelegentlich, warum ich durchgeknallter Messie alles aufbewahre. Na, darum! Die waren mal an einer kaputten Tasche, diese Kordeln, jetzt sind sie wieder an einer heilen.

schmetterlingstasche.jpg

Das Geburtstagskind schwärmt, wie man vermutlich vermuten kann, für die eher zarten Farbtöne. War das eigentlich schon immer so, dass die meisten kleinen Mädchen Rosa ganz toll finden und Kleider und Elsa? Also – ich kann mich solcher Anwandlungen in meiner Kindheit nicht entsinnen. Elsa gabs da natürlich noch gar nicht, aber auch ansonsten – Lackschuhe, Prinzessinnen, Rosa, Kleider, gah? Konnte man mich mit jagen. Und auch meine Freundinnen waren meiner Erinnerung nach nicht so. Ist das mehr geworden?
Tough aber sind sie nichtsdestoweniger, diese zarten rosa Prinzessinnen, wilde, starke Mädchen, nur eben in rosa, also was solls. Eigentlich sollte hier eine Schneeflocke drauf, aber die Datei war kaputt, also wurde es ein Winterschmetterling.

Die im Bild kaum sichtbaren Schneeflocken/Pompons nach dieser Methode hier (ganz unten, über den Kommentaren, das Bild mit der hellblauen Wolle): Klick.
Funktioniert echt prima, ich bin entzückt! Allerdings haben diverse Kinder inzwischen meine Massenproduktion geräubert, ich muss also noch mal einen kleinen Stuhl aus dem Kinderzimmer klauen und nachlegen.

Der Winterschmetterling geht zum Creadienstag, ich gehe jetzt an die Arbeit – habt alle eine schöne Winterwoche!

(Waaaah, gerade entdeckt – Filzen mit Pompons. Wird alsbald ausprobiert, das ist ja unfassbar!)

Repasugriert

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Das dreibeinige Pferd vom Flohmarkt und der geköpfte Dino von gestern – sie sind wieder im Kinderzimmer unterwegs.

Das Pferd haben wir auf dem Flohmarkt für symbolische 10 Cent mitgenommen – ich hatte früher einen ganzen Stall solcher Modellpferde (ich weiß heute noch ihre Namen) und konnte das arme Viech nicht dalassen. Aber mehrere Reparaturversuche schlugen fehl – das Bein war ganz blöde gebrochen, hatte schon erfolglose Klebversuche hinter sich, außerdem waren im Bein kleine Teile weggesplittert. Auch meine Klebereien waren nicht von Erfolg gekrönt – den Testlauf im Kinderzimmer hat das Bein leider nicht überlebt.

Jetzt ist es aber wieder ganz fit, hurra!

2pferd2

Wenn man ganz genau guckt, sieht man, dass das Bein mal gebrochen war. Vielleicht schleife ich es irgendwann noch mal ein bisschen nach und male es an. Momentan aber darf ich nicht, das Pferd hat ja viel zu tun.

2pferd_bein

Nebst dem kaputten Bein fehlte dem armen Kinderzimmerveteranen auch noch ein Ohr. Das fehlt ihm auch immer noch. „Man braucht ja nicht unbedingt zwei Ohren, um zu laufen“, sagt das vollauf zufriedene Kind.
Stimmt auch wieder. Bleibt also erst mal so, zumal über den Verbleib des Ohrs nichts Näheres bekannt ist und es wohl verlorengegeben werden muss, das müsste man nachmodellieren.
Trotzdem hübsch.

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Der kopflose Saurier war gar nicht kaputt. Mein Schreibtisch hat sich also nicht nur vorübergehend in eine Veterinärspraxis verwandelt, sondern in eine Art Biotech-Labor. Es ist nämlich so, dass der Kleine keinen einzigen Pachycephalosaurus besitzt. Keinen einzigen! Kann man sich einen derartigen Jammer überhaupt ausmalen? Ihr habt doch auch alle bestimmt mindestens einen, wenn nicht gleich, zwei, drei oder fünfzehn, richtig? Ohne Pachy geht gar nix. Und diese zweithirnbedürftigen Riesensaurier eines bekannten dänischen Plastikklötzchenfabrikanten haben es tatsächlich bisher tatsächlich versäumt, Pachys herzustellen. Sapperlot.Also musste meine frankensteinsche Seite mal ran.

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Der Grundaufbau ist, wie man im vorigen Post sieht, aus Legosteinen, der Kopf kann also drangeklipst und das runde Dingens oben mit Legosteinen verbaut werden.

Eröffnet ja ungeahnte Möglichkeiten, wa? Damit werde ich ganz bestimmt noch weiterexperimentieren. Muahahahahaha.
Und lieb gucken kann er auch.

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(Ja, die Höcker sind aus Perlen, ich war in Zeitnot (deshalb ist er auch noch unbemalt) und etwas alberner Stimmung. Er trägt sie aber mit Stolz.)

2dino3

Was sie beide gemeinsam haben: Ich habe mit Sugru an ihnen herumgepfuscht. Das ist eine klebrige, recht überteuerte Silikonmasse, die eine gute halbe Stunde nach Kontakt mit der Luft prima zu verarbeiten ist, erstaunlicherweise an eigentlich jedem Untergrund hält, diverse Materialien verbindet und nach dem vollständigen Aushärten (ungefähr 24 Stunden) leicht flexibel bleibt. Wasserfest, ungiftig, hitze- und kälteresistent, schräges Zeug. Ich bin unzufrieden damit, dass jedes kleine Portiönchen einzeln in so Alu-Zeug eingeschweißt ist, aber das lässt sich wohl leider nicht anders machen. Zum Gebrauch ist es … also, hm, ich habe bisher nichts Vergleichbares gefunden. Habe vor vier Jahren, als unser Kleiner gerade frisch in den Kindergarten gekommen war, dort einen Trecker mit Sugru repariert. Dieser Trecker hatte zwei baugleiche Geschwister, die inzwischen an derselben Stelle gebrochen sind (Anhängerkupplung) – der mit Sugru reparierte Trecker ist immer noch am Leben und tut völlig unverdrossen seine Pflicht.

(Und nee, ich bekomme nichts für diesen Post, und Sugru ist echt scheißteuer.)

Das Allermeiste, was man mit Sugru machen kann, kann man sicher auch mit anderen Materialien bewerkstelligen. Ich muss aber schon sagen, dass ich von der Vielfalt der Möglichkeiten und auch der einfachen Anwendung sehr entzückt bin. Sehr entzückt. Ein paar Päckchen hab ich noch, nur ist leider gerade nix mehr kaputt, Teufel auch. Aber mir fällt schon noch was dafür ein!

Der Post geht den Freutag besuchen, weil Kind und ich uns so gefreut haben, und euch allen wünsche ich ein wunderschönes Wochenende!

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Neue Lieblingswolle

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Ganz kleine, aber wortreiche Wollkunde über drei Wollsorten, die ich sehr gern verwende, eine, die ich gar nicht mehr benutze, und eine rätselhafte, ganz neue Sorte.

(Austral)Merino: Verwende ich gar nicht (mehr), bis auf die Verwendung von letzten Resten – wenn alle, dann vorbei. Wer Grund 1 wissen will, kann einfach mal „Mulesing“ googeln – Merinowolle stammt überwiegend aus Australien/Neuseeland, und während Mulesing in Neuseeland mittlerweile gesetzlich verboten wurde (ich muss mich korrigieren: Es handelt sich wohl eher um eine Art „freiwilliges Verbot), sind sie da in Australien noch ganz am Anfang. Nur googeln, wer da nicht so empfindlich ist, ist wirklich sehr hässlich.
Grund 2: Merinowolle braucht beim Nassfilzen laaaaaange, bis sie richtig anfilzt (und noch länger, bis sie richtig ordentlich fest wird, o Gott, so, soooo lange patscht und schrubbt man da an dem Tier herum, das in mikroskopisch kleinen Schritten Substanz unter den Händen gewinnt … ächz), es ist eine zarte, feine Wolle, und sie ist recht flutschig, was beim Trockenfilzen ein bisschen nervt. Dafür ist sie weich und fein und schön, man hat nicht mit widerspenstigen Grannenhaaren zu tun wie bei vielen strubbeligeren anderen Sorten. Und unter Beanspruchung (Härtetest: Kinderzimmer …) fusselt sie ganz gern ein bisschen, und die Tiere bekommen dann irgendwann lauter Wollmäuse im Pelz. Manche schwören auf Merino – ich tus nicht.
(Ergänzung nach dem Hinweis von Lutreolina crassicaudata: Merinowolle aus Patagonien klingt nach einer hervorragenden Alternative!)

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Bergschaf: Meine Lieblingswolle (im Vlies, nicht im Kammzug). Rauer als Merino, etwas gröber strukturiert, filzt wunderbar schnell, ist griffig. Die fertigen Tiere sind wollmausfrei. Zu 90% sehr eklig: schwarze Wolle. Wolle sattschwarz zu färben erfordert wohl irgendwelche besonders aggressiven Verfahren, was weiß ich, jedenfalls ist die Wolle meist „angegriffener“ als bei anderen Farben, filzt schlechter – und die Farbe blutet nicht nur so aus wie bei den anderen Farben, also ins zunehmend buntere Wasser; schwarze Wolle neigt dazu, alles einzufärben. Die Hände. Das Handtuch. Helle Stellen im Tier (oder was auch immer man sonst filzt, wobei ich mich immer frage, wozu man irgendetwas anderes filzen sollte als Tiere). Brrr. Und bei Bergschaf ist es meist noch schlimmer als bei Merino. Doofdoof.
Na, egal, bis auf dieses kleine Detail mag ich Bergschaf sehr. Wer eins meiner Tiere adoptiert, hat also meist einen nicht allzu flauschigen, kernigen Gesellen in der Hand, der echt viel aushält.

Meine winzigen Mäuse sind aus Bergschaf, sie kann also auch feingliedrig und zierlich, wenn es drauf ankommt – Augen allerdings mache ich nie aus Bergschaf, das wird mir zu fusselig.

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Kapmerino: Verwende ich nur in mikroskopisch winzigen Mengen, weshalb ich da auch ganz teure garantiert mulesingfreie nehmen kann (Ausnahme: Irgendwann werde ich meine restliche gelbe Kapmerino aufbrauchen, die ich mal in größerer Menge gekauft habe. Für Giraffen). Allermikroskopischste Mengen jedenfalls. Mäuseaugenskopisch. Ja, echt – sehr feine Details wie etwa die gefilzen Mäuseaugen mache ich mit Kapmerino. Wer das mal mit Bergschaf versucht hat, der weiß, weshalb – in so einem kleinen Maßstab wirken sie regelrecht borstig. Merino ginge auch, aber Kapmerino für ganz feine Details ist ein echter Geheimtipp. Man muss nur ein bisschen üben, sonst versenkt man einen ganzen Klumpen dieser spinnwebzarten Wolle im Handumdrehen komplett im Mäusekopf und guckt dumm aus der Wäsche.
Ergibt nassgefilzt die dichteste, feinste, weichste, flauschigste, wundervollste Textur der ganzen Welt. In eine gefilzte Decke aus Kapmerino würde ich bedenkenlos ein Neugeborenes einwickeln. Ich hatte mal einen kleinen Skunk aus Kapmerino, der sich sicher oft gewünscht hat, er wäre aus Bergschaf oder hätte Stinkdrüsen, denn ich hab ihn dauernd gekrault oder gedankenverloren schnurrend an meiner Wange gerieben. Nassgefilzte Kapmerino ist ganz dicht und fest und dabei kükenzart.

Indes: Beim Filzen (nass und trocken) nichtmikroskopischster Mengen Kapmerino erfindet man eine Milliarde neuer Flüche pro Stunde (und man verbringt viele Stunden damit, wenn man nicht irgendwann aufgibt). Selbst Mutter Teresa wäre dabei bestimmt ein „kackverdammtes Scheißdreckszeug“ über die Lippen gekommen. Ehrlich. Das Zeug schrumpft enorm zusammen, filzt blitzartig an (für Anfänger echt die Hölle, sie verzeiht keinen Fehler), aber dann geht es nicht weiter, und man walkt und walkt und walkt sich einen Wolf, ach was, ein ganzes RUDEL Wölfe, und dieses weiche Geflubber zwischen den Händen lacht einen aus, und man denkt, als ich damit angefangen habe, war ich noch so jung, und jetzt ist mein halbes Leben vorbei, und das Mistding, sorry, das entzückende kleine Geschöpf (das beim Filzen immer kleiner und kleiner wird, aber irgendwie nicht fester …) ist immer noch nicht fertig … argh!
Mikroskopisch kleine Mengen. Dabei dann absolut unschlagbar. Wunderwunderwunderschöne Wolle.

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Gotland: Elefanten und Pinguine. Es gäbe ohne Gotlandwolle keine. Jedenfalls nicht bei mir. Jedenfalls nicht mit solchem Entzücken gefilzte. Von Natur aus grau, also ungefärbt (ungefärbte Wolle filzt allermeistens viel angenehmer und schneller als gefärbte,  weil unbehandelt und nur behutsam entfettet und gewaschen), ist das eine sehr freundliche, entgegenkommende Wolle, die rasch anfilzt, rasch durchfilzt und sich dabei auf das Allerangenehmste verhält – sie ist griffig, riecht gut, ist hübsch und hält prima die Form. Ich nehme meist zu viel Seife (gefärbtes Bergschaf braucht etwas mehr als Gotland), aber selbst dann filzt sie tapfer weiter und verdichtet sich, statt zickig rumzuflutschen. Naturweißes Bergschaf und Gotland gehören zu den allernettesten, grundgütigsten Wollsorten, die ich kenne. Gotland ist allerdings meist ziemlich grannig, das heißt, am Ende hat man einiges an längeren, steiferen Grannenhaaren, die aus dem Viech herausstrubbeln. Ich mag das, weil ich es sympathisch und lustig finde. Will ich es aus irgendeinem Grund nicht, nehme ich Gotlandlammwolle. Alle Vorteile der normalen Gotlandwolle + weiches und glattes Ergebnis.

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Und meine brandneue Lieblingswolle? Sie ist weich und schneeweiß und fluffig, ich habe nur eine Handvoll davon, und ich weiß nicht mehr, ob es Milchschaf ist (nicht nassfilzbar) oder Bergschaf oder Steinschaf. Der Kleine hat Wolle zum Spielen, und dieses Büschel hat es irgendwie in die Küche verschlagen, während wir Zimtplätzchen gebacken haben.
Diese Handvoll Wolle riecht warm nach Schaf und Zimt und Vanille und frischen Plätzchen, nach Küche und Kinderzimmer und frischer Wäsche und Weihnachten. Schnüffelwolle. Herrgott, ich habe beim Schreiben die ganze Zeit die Nase drin vergraben, ich überlege, sie mir ums Gesicht zu binden. Mir doch egal, wie doof das aussieht.

Wolle hält ganz ordentliche Temperaturen aus – ich werde demnächst mal testweise ein kleines Tier beim Plätzchenbacken mit in den Ofen stellen. Ich möchte ganz dringend ein duftiges Zimtferkel haben. Mal schauen, wie lange der Duft anhält. Und mal schauen, ob es überhaupt gutgeht – bitte drückt mir die Daumen, dass das Ferkel nicht inmitten der Zimtplätzchen in Flammen aufgeht oder so. Ich werde berichten!

(Ach, fast vergessen: Wer mulesingfreie Wolle sucht und sich für ungewöhnliche/alternative Wollsorten interessiert: Hier gibt es dazu eine großartige Seite: Klick)

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Mäusekalender #24

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24

Irrwitzig – nu isses so weit, das letzte Kalendertürchen, und zack, ist auf einmal Heiligabend. Also – Heiligmorgen, sozusagen.

Danke an alle, die die Maus durch den Dezember begleitet haben, es hat mir riesigen Spaß mit euch gemacht! Und es gibt auf jeden Fall ein Wiedersehen. Nicht genau mit dieser Maus natürlich, aber mit einer Schwestercousinentantentochter oder so. Ich habe da schon länger was vor.

Wie kleine Mäuse Heiligabend verbringen? Im Warmen natürlich, ganz kuschlig. Auf Schnee wollen sie aber trotzdem nicht verzichten, deshalb haben sie draußen Flocken gesammelt. Ganz andächtig. Wie lange das wohl gutgeht?
(Dass die Bilder aus der Ahnengalerie dort herumstehen … ich weiß auch nicht, wie genau das passieren konnte. Sind bestimmt nur ausgeliehen.)

adventsmaus_schneeflocken

Angeblich gleicht ja keine Schneeflocke der anderen. Schneeflocken sind also auch nur Menschen.
Vor dem Mäusefenster: Schneegestöber.

adventsmaus_schneegestoeber.jpg

(Und ja, ich bin zugleich stolz und beschämt ob meiner Stanzersammlung. Immerhin – ich habe noch immer keinen Dackel. Daran halte ich mich fest. Solange ich widerstehe, den Dackelstanzer quasi eigens importieren zu lassen, ist es nur eine harmlose Marotte, keine besorgniserregende Manie.)

Die Mäuse schieben jetzt einen festlichen Getreidebraten in den Ofen (sie essen ihn am liebsten mit Oktopusgelee, es tut mir sehr leid, Gabi, aber es ist, wie es ist …), knabbern Kekse und haben es behaglich. Und ich hoffe, bei euch ist es ebenso gemütlich: Hinreichend bis ausnehmend friedliche Familien, leckeres Futter, Tannenzweigduft, Kerzen und womöglich das eine oder andere wirklich schöne Geschenk. Und Marzipankartoffeln. Wer sie nicht mag: her damit.

Hier ist bis Silvester Sendepause, darum wünsche ich vorsorglich schon mal einen guten Rutsch, aber allem voran natürlich erst einmal: Frohe Weihnachten!

adventsmaus_stern.jpg

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