Fisch(kopf)post

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Die Sommerpost-Aktion ist vorbei, meine eigenen Briefmarken sind schon lange unterwegs und wohlbehalten eingetroffen, alle Karten aus meiner Gruppe bei mir eingetrudelt. Trotzdem war ich noch nicht ganz fertig – bei solchen Aktionen gibt es ja meist ein bisschen Nebenher-Tauscherei, und zu meinem Entzücken hat mich Milena gefragt, ob wir uns gegenseitig unsere Karten schicken wollen. Ihre wunderschöne marokkanische Marke ist längst bei mir angekommen, ich hingegen war ein bisschen spät dran mit meiner Tauschpost.

Der Umschlag besteht aus einem Unterleg-Papier – wenn ich neue Stempel mache und nebenher probestemple, oder wenn ich Bögen bestemple, dann landet eine Menge Farbe auf dem untergelegten Zettel, und oft finde ich den Zettel fast schöner als das absichtlich Bestempelte. Inzwischen nehme ich mir die Zettel danach noch mal vor, stemple noch ein paar klare Stempel mit frischer Farbe obendrauf auf das wilde Chaos, und die so entstehenden Papiere bewahre ich auf. Taugen prima als Geschenkpapier, oder ich nähe Umschläge daraus.

Die blaue Sommerpost-Pracht zeig ich in den nächsten Tagen endlich mal, jetzt, da alles da ist. Heute wandert erst mal der verspätete Fischumschlag ganz hastig am letzten Septembertag noch zum MittwochsMix. Thema: Hülle/Zeit.

Briefumschläge passen zu diesem Thema ja praktisch immer. Eine Hülle, die entweder zeitig lossaust oder verspätet.
Ich hoffe sehr, Milena hat daran ebenso viel Freude wie ich an ihrer großartigen Marke! Wer sie sich schon mal anschauen mag, findet sie hier bei Instagram.

Hundeherbstheizung

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Es ist noch nicht so kalt, dass wir die Heizung einschalten wollen, aber der nicht mehr ganz frühlingshaft junge Hund spürt den Herbst schon ein bisschen in den Knochen. Also hat er jetzt ein Heizkissen (das hat er von den Katzen geerbt, die Anfang dieses Jahrs mit zwei Monaten Abstand ihre letzte Reise angetreten haben – 21, haben sie beschlossen, wollten sie dann doch nicht mehr werden. Im Mai hätten sie Geburtstag gehabt.)

Der Hund ist sehr, sehr zufrieden mit dieser Lösung. Und gut tut es seinem Rücken auch – heute Morgen ist er durchs Viertel gerast wie ein Welpe.

Miss Sophie hat Lionnis „Frederick“ gelesen und sammelt Farben, Gerüche und Sommergedanken. Heute sind offenbar Rosatöne dran, von ganz zart zu knallpeng. Stundenlang sitzt sie da und will nicht gestört werden.

Ich habe spontan noch einen Auftrag angenommen, und mein relativ gemütliches Restjahr hat sich urplötzlich in ein Zackzackrestjahr verwandelt. Habe dem Kind heute Morgen gesagt, dass ich nachmittags arbeiten muss, und als es aus der Schule nach Hause kam, hat es mich begrüßt und ist davongaloppiert, denn, wie es mir vergnügt mitteilte, es hat sich schon in der Schule überlegt, was es spielen will, weil es ja vorher Bescheid wusste.

Alle drei schwer entzückend, und darum schicke ich sie auch zum Freutag. Euch ein wunderschönes Wochenende!

Nachtfalterpost

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Hmm – den Strichcode einer Internetmarke einfach ausschneiden und in den Mond kleben ist bestimmt nicht bürokratiefancy genug für die Post, oder? Vielleicht probiere ichs einfach mal mit einer Postkarte aus. Aber die beiden Zahlencodes braucht man ja eventuell auch (wozu eigentlich)?

(Was zum Geier hat WordPress denn da gemacht in den sechs bloglosen Monaten? Alles anders. Waaaah? Mir kommts gerade nicht sooo direkt besser vor? Mal sehen, wie schnell ich mich daran gewöhne. 😉 )

Hello Spring!

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Bei mir beginnt der Frühling nachts, und heute ist gestern: Meine Karte von der Frühlings-Wichtelkartenaktion „Hello Spring“ habe ich heute Morgen geöffnet, aber zum Bloggen komme ich erst jetzt nach Mitternacht.

Der Umschlag von Kirstin war überraschend dick, und heraus kam eine schlichte weiße Karte mit einem aufwendigen hölzernen Frühling darauf, die verblüffend gut zu den aufgeklebten Blumen auf meiner Fensterbank passt!hellospring1

Von meinem Schreibtisch aus flog dieser Schmetterling hier in die Welt hinaus, begleitet von einer mobilen kleinen Streublumenwiese. Der Text auf den Buchseiten ist allerdings eher hanseatisch als frühlingshaft, die Seiten stammen aus einem Störtebeker-Roman. hellospring2

Vielen Dank an Beatrice für diese schöne Aktion! Bei ihr findet ihr noch mehr Karten, auch nach und nach die von den Teilnehmern, die keinen eigenen Blog haben.

Nachsonntagsspaziergang: Alice im Papierwald

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Gestern ganz verwuselt, jetzt aber zackig – ein kleiner Spaziergang durch einen kleinen Objektkasten.

Miss Sophie ist zuerst noch ein bisschen misstrauisch. Wer ist denn dieses kleine, schneeweiße Mädchen in diesem eigenartigen Wald?papierwald1

Lieber erst mal aus allen Richtungen beäugen. Man weiß ja nie. Könnte ein gefräßiges kleines Mädchen sein. Oder eins, das sich gern eine Maus als Haustier fangen will. Miss Sophie möchte keine Hausmaus sein. Miss Sophie ist hauptberuflich Abenteuermaus!papierwald2

Scheint aber ganz nett zu sein. Und scheint Miss Sophie auch ganz nett zu finden. Sehr schön – bisher hat sich die Kastenwelt als recht mäusefreundlich erwiesen.papierwald3

Von meiner Mutter darf ich übrigens ausrichten, dass sie sich ganz wahnsinnig über all die lieben Kommentare freut. Ist eine ganz neue Erfahrung für sie, diese warme Herzlichkeit des Blogger-Mikrokosmos und diese Art Feedback, und sie freut sich über jeden Kommentar wie eine Schneekönigin. Sie lässt euch ihren ganz gerührten und entzückten Dank ausrichten.

Euch allen eine schöne Woche! Hier sind jetzt Schulferien – das Kind hat den ersten Ferientag feierlich damit begonnen, sich mit dem Schnitzmesser in den Finger zu säbeln, und kam sehr erschrocken und blutig rübergesaust. Ist aber nix passiert, kann schon wieder wie eine Wildsau Lego bauen.

(Vermisst ihr eigentlich die Filztiere? Ich bin neulich mal die Beiträge der letzten Jahre durchgegangen, und die Filztiere, mit denen alles angefangen hat, sind ja fast vollständig den Stempeln gewichen. Hm! Find ich schon schade. Ich glaub, ich will mal wieder. Nassgefilzt hab ich wirklich ewig nicht mehr. Nicht, dass ich noch vergesse, wie das geht!)

Stadtidylle

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Muss ja nicht immer hübsch und grün sein. So mag ich das auch sehr – besonders mit Basketballkorb. (Spielt sich allerdings hier sehr … urban. Halle ist schöner.)

urbanstreetdog

Kind und ich Husten und Halsweh (Corona unwahrscheinlich 😉 ), drum zu Hause. Sind gerade sehr zufrieden, morgens spazierengehen, dann arbeite ich, das Kind spielt, Hund und Katze schlafen. Schnurr!

(verlinkt beim Freutag)

Dienstagsspaziergang: Märchenwelten

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Seit ein paar Wochen geht Miss Sophie sonntags in den Schaukästen, die meine Mutter baut, spazieren. Letzten Sonntag allerdings habe ich keinen Kasten gezeigt. Warum nicht?
Weil Miss Sophie am Sonntag hineingegangen und bis Montagabend verschwunden war. So was kann schon mal passieren, wenn man in einem Kasten voller Märchen spazierengeht. Ein Glück, dass sie jetzt schon wieder da ist – manche in Märchen verschwundenen Un(?)Glückswürmer sind dreihundert Jahre lang verschwunden gewesen. In dreihundert Jahren werde ich möglicherweise schon gar nicht mehr bloggen (jaja, ich weiß, natürlich werde ich’s versuchen, aber man weiß ja nie, welch verschlungene Wege das Leben so geht und was man in dreihundert Jahren so macht).

Das ist der ganze Kasten:

maerchen-diorama1

Na gut, eigentlich sind es zwei. Einer allein war zu klein für die Märchenfülle.
Ich liebe ganz besonders die Kinder links unten, die über den Zaun spähen. Wer erkennt die Zeichnerin?maerchen-diorama2

Am Anfang war das Ei. Was daraus schlüpft, kann manchmal überraschen. In diesem Fall sowohl die Eule als auch die Eichhörnchen wie auch Miss Sophie.
(Manche Themen wiederholen sich – Überraschungseier gab es hier auch schon mal: klick.)eulennest

Ehe das zu Konflikten führt, seilt sich Miss Sophie lieber ab.katzenaugen

Ups. Miss Sophie, da, äh, ist jemand gerade etwas aufmerksamer, als möglicherweise gut für dich ist …?katzenaugen2

Zum Glück gerettet.buecherei

Und eine neue Freundin gefunden.
An dem Kasten hat meine Schwester ganz viel mitideet. Die beiden waren richtig im Märchenfieber. Mein Beitrag bestand eher in Bauteilen – die kleine Puppe (und ihre rothaarige Schwester in einer anderen Box) hab ich mal nach einer Anleitung in einem Buch gebastelt, das ich gerade nicht finde, und die beiden haben gemeinsam mit einer dritten Schwester lange auf dem Puppenhaussofa gewohnt. Jetzt sitzt dort wohl nur noch eine Schwester.krug

Zwischendurch ein bisschen kuscheln. maerchen-diorama3

Im Grunde sind es ganz viele kleine Kästen in einem großen. Viele hängen zusammen, gehen ineinander über, andere sind ganz für sich. Mpfh, ich hätte mal alle fotografieren müssen. Hol ich noch nach.

Den sehnsüchtigen kleinen Fuchs in seiner Eishöhle mag ich ganz besonders.fernweh

Und auch wenn jetzt früher Morgen ist – im Märchenkasten kann problemlos Nacht sein. Diese seltsame Zeit, wenn einem manchmal der Mond höchstpersönlich ins Zimmer fällt.mondlicht

Ich verlinke diesen Kasten, der einer meiner Lieblingskästen ist, beim Creadienstag. Euch allen eine märchenhafte Woche, vielleicht sogar mit dem einen oder anderen kleinen Wunder. Die gibt es ja schließlich überall, die Dinger.

Sonntagsspaziergang: Vögel und Besteck

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In irgendeiner Schublade findet sich in fast jedem Haushalt altes Besteck. In meinem Elternhaus findet sich dazu noch in allen möglichen Ecken, Winkeln, Abseiten und Regalen altes Spielzeug. Ich hatte eine riesige Sammlung kleiner Plastiktiere. Als meine Mutter mich gefragt hat, ob sie die benutzen darf, hab ich zuerst sofort Ja gesagt … und es dann doch noch mal eingeschränkt: Bei den Pferden möchte ich gern gefragt werden. Wobei ich sie sehr gern in einem Kasten sehen würde, aber puh, das war eine sehr innige Sache damals. Ich hab keine Ahnung, wie oft ich Ställe aufgebaut habe, inspiriert vor allem durch das alte, von meiner älteren Cousine geerbte Black-Beauty-Buch von Anna Sewell (der originale Black Beauty, der nach einem üblen Unfall Droschkenpferd in London war) und die wiederum von Sewells Buch inspirierten Bände der Schwestern Pullein-Thompson.

Zu meinem Erstaunen stellte ich fest: Auch die Vögel aus diesem Schaukasten meiner Mutter kenne ich noch alle persönlich. Ganz besonders den Adler links oben – als ich ihn wiedergesehen habe, wusste ich sofort wieder, wie sich seine Flügel anfühlen. Den Pelikan rechts oben hab ich auch sehr geliebt. Die anderen drei sind billigere, weniger detaillierte Exemplare, den Strauß hatte ich mehrmals (einmal in einer etwas edleren Version), und der Pinguin unter dem Knopfmond, das wusste ich sofort wieder, fühlt sich ganz glatt an, fast weich und etwas rutschig, als käme er gerade aus dem Wasser, das hat mir immer irgendwie gefallen.

voegel_und_besteck_diorama
Miss Sophie hält allerdings lieber erst mal Abstand. Finde ich klug. Sie kennt diese uralten komischen Vögel ja schließlich noch gar nicht!

voegel_und_besteck_diorama1
Wird aber rasch vertraut mit ihnen, und dann reitet sie sogar ein bisschen durch den Besteckwald.

voegel_und_besteck_pelikanrittBis sie ganz müde wird.

voegel_und_besteck_straußenritt

Witzig – auch einiges von dem Geschirr ist mir noch ganz vertraut. Wie unauslöschlich sich Gegenstände aus der Kindheit manchmal einprägen – und nicht nur Spielzeug, sondern alltägliche Gebrauchsgegenstände?

Hier im Norden tobt heute Orkan Sabine, bei uns merkt man aber nicht allzu viel davon. Es heult und tost so ein bisschen, alles Lose aus Stoff flattert und knattert, der Hund fliegt beinahe weg, der Boden liegt voller Äste, und ein an die Straße gestelltes Schild ist vorhin umgeweht worden, aber ansonsten: nix los in unserer Ecke Hamburgs. Woanders sieht es da schon anders aus.
Ich mag Sturmstimmung sehr, aber das sagt sich natürlich leicht, wenn man ein trockenes, sicheres Zuhause hat.

Fast schon Montag, aber ha, diesen Sonntagsspaziergang poste ich ausnahmsweise tatsächlich noch am Sonntag statt ganz knapp schon am nächtlichen Montag. Euch allen eine wunderschöne Woche, trotz eventueller Sturmnachwehen bei dem einen oder anderen!

Sonntagsspaziergang: Architektur

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Miss Sophie baut ein Haus. In einem Kasten. Zwar nicht in diesem Kasten hier, denn der wurde von meiner Mutter bereits bebaut, und er eignet sich auch gar nicht für Miss Sophies Zwecke, die dringend eine Vorratskammer und eine Hängematte beinhalten, aber sie möchte sich gern Anregungen holen. Und ist derzeit ohnehin mit Leib und Seele eine ausgesprochen architekturinteressierte Maus.

Erst einmal höflich Hallo sagen. Ist das etwa ein Pförtner? Miss Sophie hätte sehr gern einen Pförtner!architekturmaus2

Und dann klettern. Die klaren Linien gefallen ihr sehr! (Ich muss allerdings dazusagen: Sie neigt trotzdem eher zum Stopfen und Rumpeln. Wenn man ganz ehrlich ist.)architekturmaus1

Ganz schön hoch hinaus! Findet sie sehr angemessen. Steht der Mann etwa immer noch da unten? Dann, befindet sie zufrieden, muss es ein Pförtner sein. Wer sonst steht so lange an ein und demselben Fleck? Sie jedenfalls nie!architekturmaus4