Von Briefmarkentukanen, Mondmäusen und Buntbeutlern

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So, ich zeig euch noch schnell ein wildes Durcheinander an Krempel, ehe ich meinen Hintern Richtung ganz scheußlicher Arbeit trete, wo er sitzen bleiben wird, bis das Tagessoll geschafft ist.

Hab schon letzten Monat einen Tukan geschnitzt, den ich sehr gern mag – hier fliegen nebst einer Milliarde anderer Dinge auch etliche Tierbriefmarken rum (puh, ich wüsste echt gern, ob es die, die ich als Kind gesammelt habe, noch gibt, ich muss mal stöbern gehen, sehr viel Hoffnung hab ich aber nicht). Den Tukan hier mag ich sehr, drum hab ich die Marke kopiert (auf dem Original rumkritzeln will ich nicht) …

tukan-briefmarke

… und ein bisschen vereinfacht verstemplisiert.

tukan-stempel

(Am Anfang hatte er ein bisschen Angst, aber dann hat er gemerkt, es tut gar nicht so sehr weh.)

armer_tukan

Hatte das rote Puschelzeug unterm Schwanz vergessen und dann später nachgeholt – gut, dass da nix Neues hin-, sondern nur was wegmuss!

Das ist einer der Stempel, die beim Ausmalen enorm gewinnen, find ich.
Und ich glaub, ich werde die Briefmarke mal auf Etiketten drucken, dann kann ich sie ausschneiden und auf Briefumschläge kleben, und dazu noch Tukan-Gesellschaft drumrumstempeln, das gefällt mir gut. Eigentlich könnte man ja auch die Originalbriefmarke aufkleben, aber dann … ist sie weg. Man muss loslassen können, aber ich will nicht immer, was ich muss.

tukanstempel_skizzenbuch

Der Tukan bekommt noch Gesellschaft – allerdings muss ich das Chamäleon noch mal schnitzen. Ich war beim Zeichnen und Schnitzen so in Gedanken, dass ich nicht so richtig über den Verlauf des Asts nachgedacht habe, und jetzt ballt das arme Tier völlig sinnlos die Hinterfüße in der Luft zu Fäusten. Hrhrhr.

Das braune Baumrattendings gehört eigentlich in ganz andere Regionen, aber es ist sehr vorlaut und benimmt sich nicht immer so, wie Tante Prusseliese es gern hätte.

wipfelgeviechere

Es handelt sich um ein Exemplar der Gattung Lutreolina crassicolorica, eine Unterart der Dickschwanzbeutelratte. Weibliche Exemplare besitzen zwei Vaginae. Ich persönlich finde ja, dass eine eigentlich reicht, aber vierarmige Außerirdische würden sich sicherlich fragen, wie wir bloß mit zwei Armen eigentlich klarkommen, und vielleicht empfindet dieses Tier wie alle Beuteltiere uns sexualorganminderbemittelten Primaten gegenüber ebenfalls Mitleid?
Schimpansen besitzen übrigens Penisknochen. Ich weiß nicht, ob ihr das wissen wolltet, aber das Internet ist gefährlich, und manchmal stopft es einem Wissen in den Kopf, nach dem man gar nicht gefragt hat. Ätsch.

lutreolina_crassicolorica

Um mich wieder ein bisschen einzuschmeicheln, hab ich aber auch noch was ganz bloggerromantisches. Da – Miss Sophie ist mondsüchtig! (Und meine Fensterbank sowie der Übertopf des Gründingsdas (dessen Namen ich leider vergessen habe), darauf möchte ich an dieser Stelle hinweisen, ganz vorbildlich lifestylebloggermäßig fast piekfein sauber! Das da ganz unten sind Kratzer, also die Patina des Lebens auf einer ehrwürdigen Altbaufensterbank).

mondmaus_miss_sophie

Komischer (weil unerwartet unlöchriger) Korkenabdruck, gefällt mir aber total gut! Ich glaub, den werde ich noch öfter verwenden, um so ein bisschen Hintergrund zu stempeln.

mondmaus

Miss Sophie ist der Meinung, dass es viele Monde gibt, aber nur einen, der der Richtige ist.

So. Miss Sophies Mond geht jetzt umgehend bei Frau Müllerin am Mark-Making-Mustermittwochshimmel auf, und Frau Nahtlust wollte diesen Monat Stempel, dann bekommt sie auch welche.
Und ich gehe jetzt schreien weinen Kakao trinken mit dem Hund spazieren fensterputzen ein ganzes Buch durchlesen einen Kuchen backen Klingelstreiche machen in die Badewanne in den Süden in den Norden in den Osten in den Westen an die Arbeit. Keine Sorge, so schlimm ist es gar nicht, ich hatte nur gerade eine Woche Urlaub und will davon mehr, deshalb bin ich gerade ein bisschen weinerlich, wird schon wieder.

Flamingo und Restepelikan

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Ich mag mehrteilige Stempel so gern, drum hab ich mal wieder einen gemacht. Unverschämterweise passen beide Teile nicht hundertprozentig präzise zusammen, aber da bin ich eh immer ein bisschen im Zwiespalt – es gefällt mir schon sehr, wenn man sieht, dass die Stempel Handarbeit sind.

flamingostempel

Die Flamingos habe ich auf ein DIN-A4-Etikett gestempelt und dann mit so einem komischen Messerding ausgeschnitten, dass ich neulich bei Boesner mitgenommen habe (ich bin dort in einen so schrecklichen Kaufrausch geraten, dass ich mich frühestens nächstes Jahr wieder hinwagen werde). Das orange Ding ist ein „Fingermesser“, und ich war sehr skeptisch, aber es schneidet sich damit wirklich ganz toll und sehr genau. Das Ding gibt es noch mit einer drehbaren Klinge, dann müsste man theoretisch nicht mal die Schneiderichtung wechseln … ja, seufz, auch das wird noch hier einziehen. Ich hoffe, es ist so toll, wie ich es mir vorstelle.

Jedenfalls hab ich eine Menge Flamingos gestempelt und ausgeschnitten …

flamingos-gestempelt

… und aufgeklebt. Selbstgestempelte Flamingo-Aufkleber. Wahahahahahahahahaha!!!! Herrje, ich bin hin und weg davon, was für unnützes, wunderbares Zeug man selber machen kann!

flamingo_klebt

neonflamingo

Dann wollte ich noch so gern bei Michaelas Muster-Mittwoch mitmachen, auch wenn gar nicht Mittwoch ist.
Hab aber festgestellt, dass ich mich dem Thema Mark Making in Grau nur sehr uninspiriert nähere. Eigentlich find ichs spannend, zu sehen, was für Muster und Linien sich mit diversen Alltagsgegenständen erzeugen lassen, aber dann erschöpfte sich mein diesbezüglicher Anlauf in einem eher uninspirierten dicken Fisch, der augenlos im Blumentapetenmeer nach der besudelten Muschel schielt, der er seine Schuppen und Flossen verdankt. Hm.

muschelfisch

Dann hab ich ein bisschen geschummelt, glaub ich. Wollte nämlich schon lange mal meine ganzen alten Stempelreste aussortieren, und als ich dann mit der inzwischen recht gut gefüllten Restekiste dasaß, tangramte es sich auf einmal ganz von allein. Ist wahrscheinlich gar kein Mark Making, oder? Aber ich hab immerhin die Stücke alle so genommen, wie sie waren, und keins davon weiterbeschnitzt oder zurechtgeschnitten.

stempelplatte_reste_spielerquasipelikane_stempel

Okay, ist ein etwas eigenwilliger Schmalschnabelpelikan, aber ich möchte darum bitten, ihn deshalb nicht zu mobben, er hat eine schöne, sehr empfindsame Seele.

Und dann hab ich noch Stücke gefunden, aus denen ich mal mit dem ganz normalen Locher Kreise ausgestanzt habe, um zu gucken, ob das geht (für meine Stanzer ist das Material, zehnmal im Dreieck geflucht, leider zu dick). Das Muster aus den Dingern gefällt mir am allerbesten.

punktpostkarte

Und ein leicht deformierter Fisch fiel auch noch aus der Kiste. Dann war aber Schluss.

postkarten

So. Und damit latsche ich jetzt eine große Runde bei einigen wunderbaren Sammlungen vorbei – am Freutag nehme ich ja immer mal wieder teil, und beim Mustermittwoch bei Frau Müllerin war ich immerhin auch schon gelegentlich dabei, allerdings viel zu selten, dabei mag ich den so sehr. Und es muss ja nicht mal Mittwoch sein, ebenso wenig wie bei der Papierliebe am Montag bei Frau Nahtlust, wo es diesen Monat zu meinem Entzücken ausgerechnet um Stempel geht. Und der kleine rote Fisch und seine Kollegen schwimmen bei meiner wordpress-Kollegin Andiva vorbei, die seit langer Zeit freitags eine mitunter eher kleine, aber umso feinere Auswahl Fisch präsentiert.

Habt ein wunderschönes Wochenende!

Deadline

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Würde die arme kleine Miss Sophie nicht – ganz anders als ich, versteht sich – mitunter das Prinzip, dass man in den ersten 80% der Zeit 20% der Arbeit erledigt – und folgerichtig in den letzten 20% der Zeit die restlichen 80% der Arbeit -, ganz maßlos überreißen …

Deadline_Miss_Sophie.gif

… dann wüsste sie gar nicht so richtig zu schätzen, was für ein ungeheuer(lich) treffender Begriff das Wort DEADLINE doch eigentlich ist.

Wirklich. Ein regelrechtes Onomausopoetikum.*

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*Onomatopoetikum: Ein lautmalerisches Wort, das im Klang das von ihm Bezeichnete nachahmt – zum Beispiel „Kuckuck“ oder „Hatschi“.
Ein Onomausopoetikum hingegen ist ein Wort, das eine Maus schier aus den Socken hauen kann, weil es mit solch poetischer Wucht genau das trifft, was es meint. Deadline zum Beispiel. Oder Kratzekatze.

Land of no Lions

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Warli-Malereien stammen aus Indien. Traditionell haben die Frauen der Warli mit weißer Farbe aus Reispaste und Gummiharz die Wände ihrer Hütten bemalt. Heute wird oft eher kommerziell gezeichnet und offenbar meist von Männern.

Ich bin im Londoner Zoo über diese Malereien gestolpert, im Land of the Lions, wo mehrere asiatische Löwen leben.
Jedenfalls sagt man das. So viel Glück wir an diesem Tag überall sonst hatten, wirklich ganz unglaubliches Glück, so sehr hat es uns im Gir Forest verlassen … wir haben nicht mal ein Löwenschwanzende gesehen und auch kein bisschen Roarrrr gehört. Nicht mal von, äh, Heidi.
land_of_lions_heidi

War an diesem sonnigen, aber stürmischen Tag wohl nicht so arg feisty drauf.

Dafür aber stolperte ich über die Warli-Zeichnungen. Kind und ich beide entzückt. Die roarten zwar nicht, haben sich dafür aber nicht im Geringsten gemovt und uns auch zum Glück nicht gechast, und ich konnte ganz in Ruhe unzählige Fotos machen.

warli_fotos

Und mal ganz im Ernst – die sind doch fürs Stempelschnitzen wie gemacht? Jedenfalls dachte ich das anfangs … beim Schnitzen stellte sich dann schnell heraus, dass gerade bei so einfach scheinenden Formen wie den Palmwedeln die Negativform echt irrwitzig Arbeit macht. Das Schweinchen und der Hund hingegen waren ganz schnell geschnitzt, bei den Wedeln hab ich mich dann für mehrteilige Stempel entschieden.

Der Anfang meiner Warli-Stempelsammlung:

warli-stempel

Weiß auf Packpapier probiere ich noch aus, das sieht bestimmt toll aus. Erst mal habe ich schwarz und rot auf weiß herumgestempelt.

warli-blatt

Für „richtige“ Warli-Stempeleien brauche ich allerdings noch mehr Stempel – das Wichtigste an diesen Zeichnungen ist die Interaktion. Warli-Malereien erzählen Geschichten, Warli-Figuren sind immer in Bewegung, haben immer etwas zu tun.

Ein paar meiner Warli-Stempel sind auf alten Buchseiten gelandet, die ich dann auf Seiten aus einem Magazin genäht habe, die dann wiederum zusammengenäht einen Briefumschlag ergeben. Inzwischen kaufe ich eigentlich keine Briefumschläge mehr, außer für Behördenpost (warum eigentlich? Auch eine Steuererklärung kommt bestimmt an ihrem Bestimmungsort an, wenn man sie in einem bunten Umschlag verschickt).

Und ganz am Schluss habe ich noch eine Postkarte für Frau Müllerin gestempelt. Ich mag ihre Mustermittwoch-Sammlungen so sehr, hinke aber meist hinterher und trage selbst keine Muster bei. Da diesen Monat Dreiecke dran sind und ein ganz typisches Warli-Element das Dreieck ist, also noch ganz schnell auf den allerletzten Drücker ein Warli-Dreiecksmuster von mir, ehe morgen in der müllerschen Papierwerkstatt ein neues Thema an den Start geht.

postkarte_warli

Und noch eins, weil mir beim Mustern der noch recht bescheidenen (aber wachsenden) Musterstempelschublade …

musterstempel

… auffiel, dass die Origamiboote fast komplett aus lauter Dreiecken bestehen.

postkarte_schiffe

So. Eigentlich wollte ich ja für heute lauter Halloween-Stempel schnitzen, hab ich aber nicht. Frohen Reformationshalloweensamhaintag, macht es euch schön – die ganzen Stempeleien hier schippern jetzt mustergültig zum Creadienstag, und das Kind und ich schippern per Bahn zu Freunden und feiern „Gruselfest“. Ich gehe fest davon aus, dass es einen spätestens beim Aufräumen das Fürchten lehrt. 😉

schiffstempel

(Übrigens sehe ich nach dem Stempeln immer aus … das lern ich wohl nicht mehr. Ungefähr so wie das untergelegte Überdenrandstempel- und Stempelabwischblatt hier; zum Glück (meist) nur an den Händen, nicht im Gesicht:)

warli-reste

Auch irgendwie ziemlich briefumschlagtauglich, oder? Auf jeden Fall dann ein echtes Unikat. 😉

 

Hund meines Herzens!

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Ich habe ihn soeben gefunden. Ja, ich liebe unseren Hund. Unendlich furchtbar sehr schrecklich doll. Und ansonste bin ich schmalen, wolfsartigen Kreaturen mit Fell in gedeckten Farben immer ganz arg verfallen. Aber trotzdem – dieser Hund hier ist nicht der meine, und er ist auch weder wolfsartig, noch kann man von gedeckten Farben reden, aber … ich glaube, ich hab mich verliebt.

Und jetzt geh ich raus. Draußen Wetter und Wald, drinnen Hund und Kind und ich, das muss jetzt alles (bis auf das Drinnen) zusammengebracht werden, und da der Wald nicht zu uns kommt …

Den künstlerisch begabten Beagle schicke ich beim Freutag vorbei, auf dass er noch andere entzücke (also … noch mehr als die über 130.000, die sich schon auf Twitter über ihn gefreut haben), und euch wünsche ich ein wunderschönes Wochenende! Eigentlich wollte ich heute Warli-Stempel zeigen, aber sie sind noch nicht ganz fertig, drum muss das bis nächste Woche warten.

Aber schon ein bisschen was zum Gucken – wir haben eine ganze Wand voll mit diesen Warli-Zeichnungen im Londoner Zoo gefunden, und noch eine ganze Menge kleinerer Bilder, und ich bin auch in die ganz schlimm verschossen. Muss natürlich dringend verstempelt werden, ist ja klar!

warli-zeichnungen

Size does matter …

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… und deshalb habe ich in der Holztier-Stempelversion meinem Tiger und der Löwin die Schwänze verlängert.

Ging ganz einfach und schmerzlos, dafür hängen sie jetzt ein bisschen über. Nicht drauftreten!tigerpirsch

In der ersten Version hab ich mich noch streng an die Außenlinie gehalten, aber das fällt echt zu arg mickrig aus. (Die beiden oberen Löwenreihen bestehen aus Kurzschwanzlöwinnen.)
tigerpapier

tigerpapier_detail

Die Tiger-Figuren gibt es auch noch mal in bemalt zu kaufen. Ich hab mir dafür einen Stempel geschnitzt …tigerstempel_amimeeple
… allerdings brauche ich noch einen zweiten für die andere Seite.

tigerfiguren

Löwin und Tiger besuchen Pferd und Ziege auf der Kastanienweide, die freuen sich bestimmt über ein bisschen Gesellschaft!tigerweide

So. Und weil ich zwar immer noch entzückt bin von den verstempelten Holztieren, aber auch ein bisschen genug davon habe, dass bei den Außenlinien Schluss ist, verstemple ich auch noch Briefmarken.

Als Kind hab ich immer in einem ganz winzigen Laden unter den argwöhnischen Blicken des Inhabers in komisch riechenden Alben geblättert und die Tierbriefmarken rausgesucht, die ich mir von meinem Taschengeld leisten konnte. Wo diese Marken heute sind, weiß ich nicht, aber neulich habe ich diese beiden hier durch Zufall bei Ebay gesehen und gleich wiedererkannt. Die hatte ich damals auch, nur war das arme Tigerchen nicht so doof gestempelt.

Der Leipziger Zoo übrigens ist sehr schön – dort habe ich vor zwei oder drei Jahren ein ganz klein wenig Okapi gesehen.briefmarken

Und getreu dem Motto „Size does matter“ hab ich die Marke größerkopiert. Trotzdem noch eine irrwitzige Fusselarbeit, erst mal Pause.briefmarken2

(Die ganzen Streifen schnurren, weil Dienstag ist, beim Creadienstag vorbei.)

Huch, ein Einhorn!

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Vorhin kam das Kind herbeigehopst und verlangte aufs Höflichste die Stoffmalstifte. Ich hegte die Vermutung, dass er damit seine Stoffdinos anmalen möchte (die von hier: Klick), und reichte sie ihm, außerdem fiel mir ein, dass ich noch einen ganzen Haufen Pferde-Irgendwasse in einer Kiste habe (hab ja neulich mein Arbeitszimmer umgebaut und somit sortiert und dabei mancherlei Erstaunliches gefunden).
Kind zog mitsamt Beute ab. Und kam kurz darauf kichernd wieder, um mir etwas Langvergessenes unter die Nase zu halten.

Ein ganz leicht, hm, unter galoppierender Schnittunfertigkeit leidendes Altes-Bettlaken-Pferd, dem ich zum Trost eine wilde Mähne samt ebensolchem Schweif angenäht habe, und, offensichtlich in völliger Ermangelung von Zeitmangel, auch noch ein leuchtendgelbes Horn.

Wir haben es beide sehr bekichert, drum zeige ich es mal schnell. Es beißt und piekst auch nicht und ist schusselig, aber lieb!

stoffeinhornlinks

Manchmal ist es allerdings total wild.

stoffeinhornwild

Und natürlich braucht es als Herdenhorn Gesellschaft.
Die allerdings ist vom Schnitt her zwar deutlich fertiger, doch es gebricht ihr an der nötigen Beschweifung, und auch in Sachen Augen ist damit noch nicht viel Staat zu machen.

Macht nix, wie es aussieht, trotzdem Liebe. 😉

So viel von mir zum Montag – habt einen schönen Start in die Woche, und immer schön Einhörner finden, wo ihr sie nicht vermutet hättet!

Ziegen schnitzen. So eine Art Tutorial

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So, nu hab ich mal die ganze Stempelschnitzerei in Bildern festgehalten. Motiv: (dreibeinige) Ziege. Übrigens hat das Internet mir jüngst verraten, dass man diese Holz-Spielfiguren wohl auch „Animeeples“ nennt. Sherlock Holmes wäre begeistert von all dem vollkommen unnützen Wissen, das ich so anhäufe!

Fürs Stempelschnitzen lege ich mir immer erst mal in erreichbare Nähe:

  • ein Motiv (nicht im kriminalistischen Sinne)
  • eine Stempelplatte oder das, was davon übrig ist
  • Bastelkleber OHNE Lösungsmittel (wichtig, sonst nach Tagen bis Wochen Stempelgeglitsche, furchtbar ekelhaft)
  • ein Schnitzmesser
  • einen frisch angespitzten ganz weichen Bleistft und einen eher harten (bevorzugt 5B (weich) und F (hart, aber nicht sehr) – die Stärke ist aber sicher Geschmackssache
  • ein sehr scharfes Schnitzmesser mit ganz schmaler Keilklinge
  • mein altes Schul-Linolmesser, schon bisschen stumpf und trotzdem oder gerade deshalb lebensgefährlich (wichtig daran: geeignet für großflächigeres Wegschnitzen, wird man sonst irre mit der schmalen Klinge)
  • festes Dingsbums in scheußlicher Farbe, das bei meinem Plotter dabei war (Falzbein dürfte mindestens ebenso gut gehen)
  • bisschen Papier (etwas größer als der Stempel-to-be – es schnitzt sich sehr angenehm, wenn das Stempelplattenstückchen beim Schnitzen auf einem Papierstück liegt, das sich mitdreht, wenn man das Stempelgummi dreht).01_stempelschnitzen_ziege_tutorial

Für diese spezielle Sorte Stempel habe ich die ganzen Tiere, die ich als Stempel umsetzen möchte, einfach auf den Kopierer gelegt. Klingt nach einer ganz naheliegenden Idee und ist es auch, ich hab aber natürlich erst mal tausend kompliziertere und sehr lästige und im Ergebnis sehr unbefriedigende Umrisserhaschungsversuche unternommen, ehe ich auf das mit dem Kopieren kam. Heureka.
Jedenfalls: Gewünschtes Motiv aufzeichnen. Ich skizziere mit dem harten Bleistift und ziehe dann die Linien, die ich umsetzen will, mit dem weichen noch mal nach.02

Dann schneide ich das Motiv aus, lege es mit der Skizzenseite nach unten auf das Stempelgummi und streiche fest mit dem hässlichen Dingsda in der scheußlichen Farbe darüber, um die Linien zu übertragen.04

Taramtamtam!05

Jetzt: schnitzen. Bei vergleichsweise einfachen Motiven (und auch bei den meisten anderen) erst mal rings um die Außenlinie – also nicht die Außenlinie weg, es sei denn, es soll ein Negativstempel werden, sondern haarscharf außen an der Außenlinie vorbei.

Ich versuche es gern in einem Rutsch, so wie beim Apfelschälen. Klappt aber nicht immer.07

Danach kommen, wer hätte es gedacht, die Innenlinien. Und dann wird die Ziege ausgeweidet. Also, öh, das ganze Zeug weggeschnitzt, was man nicht braucht. (Und ja, da fehlt ein Foto vom Zwischenschritt, das muss wohl die Ziege gefressen haben).08

Die Außenlinien noch mal vertiefen/breiter machen. Danach unbedingt das Ganze dicht vor eine Lampe halten. Ist völlig unnütz, sieht aber toll aus!09

Die vertieften und verbreiterten Außenlinien machen es leichter, außen wegzunehmen, was nicht Ziege ist.

Man kann aber auch außen einfach alles vertiefen, man muss nicht die Silhouette ausschneiden. Ich mache das immer – in diesem Fall sowieso, klar, aber sonst auch, weil ich meine Stempel normalerweise nicht fest aufklebe, sondern immer nur zum Stempeln an eine durchsichtige Acrylpappe pömple. Dann sieht man viel besser, wohin man eigentlich gerade stempelt.10

Fisselige Stellen lassen sich oft prima mit der Rundung des breiteren Messers einfach ausstechen.11

Größere Stücke sammle ich. Daraus mache ich kleine Stempel oder Musterstempel, und das Kind hat seine Stempel neulich auch aus solchen Resten geschnitzt.
(Zugegeben – DIE Menge an Resten muss ich erst mal verarbeitet bekommen, uff.)12

Gegenüberstellung. Zum Probestempeln klebe ich die Ziege noch nicht richtig fest, sondern nehme nur ein ganz kleines Stück doppelseitiges Klebeband dafür.13

Dann kommt noch so lauter Kleinkram weg. Die Außenlinien habe ich hier noch ein bisschen korrigiert, das ist aber immer eine haarige Sache, und schnell hat man zu viel weggenommen.
Habe es mit der Eckigkeit ein bisschen übertrieben – Schafe sind rund, Ziegen eckig, das ist schon wahr, aber man muss eine Ziege trotzdem nicht ganz aus geometrischen Formen zusammenbasteln.1415

Special Effect bei solchen Animeeple-Stempeln (Anistamples? Hrhrhr): Man kann prima ein anderes Viech mit dem Stempel bestempeln. Allerdings, wenn man das Motiv nicht noch gespiegelt schnitzt, natürlich nur einseitig.17

Da guckstu.18

Ziegenstempel auf Holzweide. Fast schon ein bisschen Bullerbü!19

Das Getier marschiert jetzt strammen Schrittes zum Creadienstag. Und frisst dort bestimmt alles kahl, also schnell hin, wer noch etwas sehen will!

20_stempelziege

 

 

 

 

Eine Handvoll Stanzer

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Ihr Lieben, am Freitag hab ich gefragt, wer Stanzerschätzen möchte, und es wurden neun Tipps abgegeben. Die Schätzungen bewegten sich zwischen 17 und 75 Stück, im Mittel lag die Schätzung also bei 34,2 (schade, nicht 42 – also ist offenkundig die Frage nach der Zahl meiner Stanzer auch nicht jene eine, die uns die Geheimnisse des Universums endlich enthüllen wird. Damned.)

Die Wahrheit ist noch schrecklicher als die höchste Schätzung. Ehrlich.

tierstanzer1tierstanzer2

Allerdings nicht viel schlimmer – Nina hat mit ihren 75 nur um einen einzigen Stanzer danebengelegen. Quasi um den neuen Bärenstanzer. 😀 Nina, dann bekommst Du demnächst Post, ob Du willst oder nicht – eine Riesenmeute von Stanztieren wird Dich heimsuchen. Und demnächst zeige ich dann passend ein paar Ideen, was man mit dem Zeug überhaupt anfangen kann, und vielleicht lassen sich ja noch ein paar andere Ideen dazu sammeln. Wir wollen Dich ja keinesfalls mit dem Getier ganz allein lassen.

Wer Ideen hat (über Marinas Esspapier-Tipp in den Kommentaren zum Blaubär-Post habe ich mich riesig gefreut, vielen Dank noch mal!) oder gar Fotos, die ich mitposten darf: Ich freue mich sehr darüber, nur immer her damit!

Meine anderen Stanzer sind übrigens gar nicht so entsetzlich viele, habe auch gerade ordentlich aussortiert (bitte verzeiht die ganzen Kastanien – auf dem Schulweg stehen Kastanienbäume, und wenn ich Kastanien sehe, muss ich sie mitnehmen. Ich kann nicht anders. Und jetzt ist die ganze Fensterbank voll damit, und ich fotografier sie furchtbar gern völlig zusammenhanglos mit. Wenn ich irgendwann im Winter die Nase davon voll habe und finde, es ist genug mit Herbstnachklang, werden sie gemahlen, und ich probiere endlich mal aus, mit Kastanien Wäsche zu waschen).

andere_stanzer1andere_stanzer2

Nur der Briefmarkenrandstanzer fehlt, der ist zu groß.

So. Jetzt werde ich das Lego wenden (das macht man in einem wohlorganisierten Haushalt so – habt ihr etwa heute noch nicht? Dann jetzt aber hopphopp!) …

lego_gewaschen

… und dann arbeitengrunz. Ach, eigentlich hab ich sogar richtig Lust. Na, dann ists ja nicht so schlimm.

(Das Lego ist frischgewaschen, das sind aussortierte Steine, die in die Nachmittagsbetreuung der Schule ziehen. Hab zum ersten Mal Lego in der Maschine gewaschen. Kann dringend empfehlen, nicht so wie ich einen Kissenbezug mit vier, fünf Kilo oder wie viel das auch sein mag vollzustopfen und dann irgendwie in die Maschine zu quetschen, das bekommt man nämlich, wenns dann nass ist und von unten nach oben muss statt andersrum, nicht mehr raus. Hrhrhrhr. Note to myself: Nächstes Mal in kleineren Portionen reinschmeißen!)

Und dann muss ich noch neue Stempel zeigen. Der Kleine hat nämlich seine ersten Stempel geschnitzt. Mit dem ultrascharfen Schweizer Schnitzmesser. Da saß er, den Blondschopf tief über seine Arbeit gebeugt, und diese klitzekleinen Hände hantierten mit dem scharfen Messer – urgs. Hab aber tapfer meinen in die Kehle gehüpften Magen wieder runtergewürgt und die Klappe gehalten. Und tatsächlich – kein einziger Kratzer, dafür ein vor Stolz glühendes Kind. Und Stempel, die verraten, womit sich sein zartes kleines Seelchen derzeit so beschäftigt.

kind_schnitzt_stempel1

„Shelobs Auge“ fehlt noch, das hab ich offenbar nicht fotografiert, huch?

Jetzt aber hopphopp, ich hab nämlich ganz phänomenal getrödelt (kann ich sehr gut) und muss darum jetzt ganz ungeheuer ranklotzen (kann ich zum Glück auch. Übung, wahrscheinlich).

Flutscht wunderbar in die neue Woche!

Späte Blaubären

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Wer hätte gedacht, dass man im Oktober noch Blaubären findet? Ich nicht. Aber da, eine ganze (kleine) Handvoll!
blaubaeren

Allerdings auch kein Ersatz für Heidelbeeren, Verzeihung, Heidelberg. Da wollten wir nämlich eigentlich nachher hinfahren. Aber der Sturm hat mit Bäumen geworfen, und selbst falls – falls – die Züge nachher wieder planmäßig fahren, wird es voll und wüst, und Verspätungen und Chaos sind erheblich wahrscheinlicher als sowieso schon. Also bei der Bahn.
Drum Heidelberg schweren Herzens verschoben. Ersatzweise Blaubären.

blaubaeren1

Freue mich über die Bären aber tatsächlich sehr. 😉 Fragt mich nicht, was mich an tausend bunten kleinen Papiertieren so glücklich macht, ich hab nämlich keine Ahnung. Und diesen Eisbärenstanzer habe ich vor über einem Jahr zum ersten Mal gesehen – in einem viel zu teuren Kasten mit dreißig Stanzern oder so, von denen ich nur zwei hätte gebrauchen können.
Und dann lief er mir vor Kurzem bei Ebay über den Weg. Einfach so!

blaubaeren2
(Masking Tape an den Seiten haben fast alle meine Stanzer. Als Abstandhalter, damit man nicht groß gucken muss, wie weit man das Papier reinschiebt.)

Ich glaube, ich muss bei Gelegenheit mal zeigen, wie groß die Sammlung inzwischen ist. Ratet doch mal, Blätter, Muster, große und kleine Stanzer mal ausgenommen, wie viele Tierstanzer der mittleren Größe, die ich am liebsten mag, es inzwischen sind. Wer am nächsten drankommt, bekommt eine Riesentüte buntes Tierkonfetti (also – nur wenn er möchte 😀 ). Bis Montagmorgen kann geraten werden, dann zeig ich mal die bescheidene kleine Stanzersammlung.

Weil die kleinen Blaubären jetzt zum Heidelbergtrost hier neben mir liegen und ich mich riesig über den endlich eroberten Bärenstanzer freue, wandert die Handvoll Blaubären heute zum Freutag, wo ich schon ein bisschen gestöbert habe. Er macht diesmal furchtbaren Hunger – offenbar fängt die Bloggerwelt gerade an, wie wild ganz fürchterlich leckeres Zeug zu backen. Hallo, Herbst, hm?

Euch ein schönes Wochenende!