Miss Sophie im Osterkalender

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Seit ein paar Jahren gibt es hier im Hause eine Tradition: Im Dezember bekommt das Kind einen selbstgebauten Adventskalender.

Das hier war der allererste, von meiner Schwester und mir gemeinsam zusammengezimmert. Und das hier der zweite, den hab ich wegen Gewusel allein gebaut. Den dritten habe ich nicht fotografiert, das war eine Art Tempel.
Letztes Jahr wollten wir unbedingt wieder zusammen bauen, aber die letzten Monate des Jahres waren bei mir so wüst, dass wir es nicht geschafft haben.

Und was tut man, wenn man keinen Adventskalender fertigbekommt?
Man baut natürlich einen Osterkalender. Klare Sache!

Da ist er:

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Quietschfarbenes Bonbonhaus und Stall, drumherum ganz viel seltsame Gegend.osterkalender2

Miss Sophie muss sich das Ganze auch mal ansehen.osterkalender3

Verzeihung, es ist eine wahre Bilderflut, ich konnte mich einfach nicht entscheiden.

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Miss Sophies Lieblingsplatz im Haus bei den mitunter noch kühlen Frühlingstemperaturen: der Kamin.osterkalender7

Und wo sind hier Ostereier versteckt?

Da etwa? Schön leuchtend orange?osterkalender19

Nee!!osterkalender20

Ach so! Man muss Beete umgraben …osterkalender13

… Riesenmöhren rupfen …osterkalender14

… in Brunnen hinabtauchen …osterkalender15

… baumgroße Pilze pflücken …osterkalender16

… und sogar gepflasterte Plätze vor dem Stall einreißen! (Wer schlummert denn da?)osterkalender17

Dieses Versteck hat das Kind als Letztes gefunden: Neben dem Erdbeerbeet lässt sich ein Busch aus der Erde ziehen.osterkalender18

Weil wir nur so 12-15 Verstecke geschafft haben, je nachdem, wie man zählt, verstecke ich jeden Abend eine Kleinigkeit im Kalender. Das ist auch gut so, denn sonst wäre längst alles gefunden und verspeist worden – der ganze Apparat wird jeden Tag wild bespielt und heiß geliebt. Hurra! Wir haben beim Bauen teilweise lästerlichst geflucht, aber oh, es hat sich so gelohnt! (Und zwischen einem Fluch und dem nächsten hatten wir auch jede Menge Spaß beim Bauen.)

Der Osterkalender spukt beim Creadienstag vorbei. Habt eine wunderschöne Woche voller angenehmer, leckerer und vorösterlicher Überraschungen!

Mäusemontag mit Ratten

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Das Kind und ich spielen gern Brettspiele. Miss Sophie wollte auch endlich mal mitspielen. „Maus und Mystik“, fand sie, klingt doch gut!

Musste sie dann aber schnell revidieren. Oha! Sie blieb aber vollkommen unverletzt, nur bisschen zerzaust worden. Hat nämlich früher mal Ballett gemacht, und Ballett ist gefährlicher, als man so denkt.

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Wer noch auf Post von mir wartet: Stapelt sich hier noch, oje! Heute ist aber der letzte richtig krasse Tag, dann sollte hier moderate Ruhe einkehren, und ich komm auch endlich mal wieder zu was.
Also … wenn die Ratten nicht dazwischenfunken, klar.

Habt eine schöne Woche!

Der Schnee kommt mit der Post!

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Ich habe eine wunderschöne Karte von Sabine bekommen! Ich habe diese Schneemannkarten auf ihrem Blog so bejubelt, und da hat sie mir doch glatt eine geschickt, hurra! Ich freue mich ganz riesig darüber. Es ist wirklich rührend, wie der (angesichts der durchschimmernden Textreste übrigens offenbar politisch nicht uninteressierte) Schneemann staunend nach oben dem Schnee entgegenblickt. Genau so stehe ich auch immer auf der Straße, wenn es schneit! Also selten, aber wenn, dann mit Inbrunst. Besonders schrecklich doll liebe ich es, wenn es schon dunkel ist und man die Flocken im Licht der Straßenlaternen wirbeln sieht.

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Liebe Sabine, auch an dieser Stelle noch mal danke, Du hast mir eine große Freude gemacht!

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(Und tatsächlich wirkt es – es schneit gerade in Hamburg! Also … ein ganz klein wenig jedenfalls.)

Parbleu

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So ungefähr:

deadline_miss_sophie

Bloß noch nen Zentimeter hinter der Deadline, heute und morgen noch ordentlich zu tun. Aber voll im (engen) Zeitplan, yay!

Freu mich sehr auf kommendes Wochenende, an dem ich nicht durcharbeiten muss!
So. Gogogogo! Jawohl, das seltsam langgezogene Tröpfel-Adrenalin einer in allen Poren und Zellen wummernden Deadline, die sich killerwellengleich über mir auftürmt, weiß ich ganz eigenartig zu schätzen. Und auch das herrliche, seltsam zeitlose Inslochplumpsen danach.

Euch allen einen prachtvollen Start in eine hoffentlich schöne Woche. In Hamburg beginnt sie mit ein bisschen Pseudoschnee. Dieses Zeug, das weiß und dick und ein bisschen matschig runterkommt und sich auf dem Boden hämisch kichernd in reine Nässe verwandelt.

Bleu

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Verzeihung, heute ist ja gar nicht Mäusemontag, aber dafür anscheinend Mäuse…mittwoch. Alliterarisch zumindest mindestens quasivertretbar also.

Miss Sophie hat heute nämlich einen Ausflug ins Blaue unternommen. Und wie auf solchen Ausflügen üblich, hat sie etwas Unerwartetes entdeckt. Eine … Raumkapsel?

miss_sophie_bleu_raumkapsel

Ich höre schon die Skeptiker kichern. Dusslige kleine Maus, natürlich nicht, das ist doch ein Tee-Ei!
Aber …

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Bleu gelaufen! Hoffentlich ist der netter, als er aussieht.

(Und wer sich fragt, wie Miss Sophie immer so graziös die Balance hält: Das verrate ich nicht. Aber keine Angst – wenn ihr vom doppelseitigen Klebeband der Hintern fusselt, richte ich es ganz schnell mit der Filznadel, und sie sieht wieder so vornehm aus wie gewohnt!)

Gefüllte Tulpen

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Mäusemontag mit Miss Sophie. Ab jetzt regelmäßig oder unregelmäßig, das wird man ja sehen.
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Ihr wisst bestimmt, dass es gefüllte und nicht gefüllte Tulpen gibt, oder?

Diese hier sind gefüllt.

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Alle mit ein und derselben Maus, die danach ganz schön abenteuerlich aussieht. Alles Naturfarben!

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Hat sich aber trotz der großen Schönheit lieber geputzt. Hatte Angst, dass ihr sonst Tulpen aus dem Fell wachsen. Miss Sophie leidet unter leichter floraler Hypochondrie.

Und jetzt tanzt sie ein bisschen dem gutmütigen alten Nasenbären auf der Nase rum.

tulpen_sophie_nasenbaer

Startet gut in eine neue Woche, für viele von euch bestimmt auch die erste nach den Schulferien. Kleingemüse Ungeheuer Wuselbratze Heißgeliebter Nachwuchs wieder in der Schule! Wäre hier echt ruhig ohne Miss Sophie.

 

Miss Sophies Adventskalender 2018 #24

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24

Ich bin einigermaßen fassungslos – es ist tatsächlich schon Weihnachten! Also Heiligabend. Heiligvormittag.

Miss Sophie hat alle Geschenke fertiggepackt (einen Playmobilbecher voll feinster Brombeermarmelade, eine halbe Erdnuss, ein besonders schön knisterndes Stück Papier, ein dicht gewickeltes Bündel Schafswolle) und hat jetzt offenbar zu tun. Zuerst sollte ich weiße Schafswolle ausbreiten. Dann brauchte sie einen Esel. Danach vergewisserte sie sich, dass man in Betlehem nicht beten muss. Und dann brach sie auf, offenbar von sehr heiligen Gefühlen erfüllt.
Betlehem scheint in derselben Richtung zu liegen wie unsere Küche.

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(Und ja, das hinter Miss Sophie ist ein Masking Tape. Wer in Büchern spazierengehen kann …)

Danke. Ganz innig und doll danke. So viele haben sich bei mir per Kommentar oder per Mail für den Adventskalender bedankt. Ich freue mich riesig darüber und kann die Dankbarkeit aus vollem Herzen zurückgeben. Nach über einem halben Jahr Blogpause so herzlich und erfreut wieder begrüßt zu werden – das war ganz wunderschön, mir ist ganz warm und selig zumute. Danke euch allen!
Ich bleib jetzt auch. Nicht mehr täglich, klar, aber Miss Sophie und ich verschwinden ganz sicher nicht wieder in der Versenkung.

Heute musikalisch tatsächlich mal weihnachtlich. Ich habe John Lennons Happy Xmas zum ersten Mal in der Schule gehört, am Tag vor den Weihnachtsferien, in der Englischstunde. Es hat mich komplett weggebeamt. Und ich fühle mich, wenn ich es höre, immer ein bisschen zurückversetzt in diese letzte Stunde vor den Ferien, in der ich auf einmal weit weg war und trotzdem ganz da.

Musik. Ich hab mich ja am Anfang dieses Kalenders gefragt, was für Musik ich überhaupt höre und warum. Ich muss sausen und habe keine Zeit, es richtig zusammenzufassen. Aber ich glaube, für mich sind Geschichten dabei ganz wichtig. Der Ort, an den mich ein Stück bringt. Die Menschen, denen ich dabei begegne, und das können sowohl die Künstler selbst sein als auch Gestalten in den Stücken. Darauf, glaube ich, läuft bei mir alles hinaus: Die Orte, die ich besuche, die Welt und vor allem die Lebewesen, denen ich dabei begegne.

Übers Bloggen habe ich so viele großartige Menschen kennengelernt und so viele spannende Begegnungen gehabt. Und ehe ich jetzt allzu rührselig werde, ganz schnell noch mal: danke.
Und jetzt gehe ich nachschauen, was Miss Sophie in der Küche anstellt. Euch allen wunderschöne Weihnachten, möglichst mit den Wesen, die euch am allerliebsten sind auf der Welt!

Miss Sophies Adventskalender 2018 #23

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23

Das hilft ja super, wenn man die Fotos schon vorbereitet, aber dann erst deutlich nach zehn Uhr aufsteht, haha! Ich vernachteule gerade, wie immer in den Schulferien.

Heute verlose ich  zum vierten Advent einen Briefumschlag voller Aufkleber. Zum Beispiel solche hier:

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Das sind Aufkleber aus Vinylfolie, mit dem Plotter ausgeschnitten. Von den meisten Oberflächen lassen sie sich wunderbar wieder ablösen und woanders wieder aufkleben.

Ich hab natürlich auch Miss-Sophie-Sticker geplottet. Aber Miss Sophie ist beleidigt und findet, sie ist nicht gut getroffen.

Die Eichhörnchen sind ausgestanzt. Bisschen friemelig abzubekommen, geht aber noch, und ich bin ja immer auf der Suche nach Einsatzmöglichkeiten für meine Stanzer, um zu behaupten, dass ich aus gutem Grund so viele habe.
Manche Materialien, gerade wenn was Klebfreudiges dabei ist, verrutschen dabei gern ein bisschen, da hat sich sehr bewährt, noch eine Lage Papier dazwischenzulegen. Auf welcher Seite, muss man ausprobieren, meist aber auf der Klebseite (oder in sehr widersoenstigen Fällen auch mal auf beiden).

vinyl-aufkleber_miss-sophie

Ausschneiden kann aber nicht nur der Plotter, ich kann das auch! Das sind Etiketten, gestempelt und ausgeschnitten. Ich experimentiere gerade damit, Etiketten auf Vinylfolie zu kleben und dann zu bestempeln, weil es so wirklich sehr fummelig ist, die Aufkleber abzubekommen.

papieraufkleber

Zu den Aufklebern lege ich noch Briefmarken, die kleben schließlich auch (sind abgestempelte, klar, aber alles Tiere). Und der Gewinner darf sich gern ein Motiv für Vinylstempel wünschen (Hunde und Miss Sophie sind auf jeden Fall dabei, aber wer sich bestimmte Vinylaufkleber wünschen würde: einfach Bescheid sagen). Farben: schwarz, rot, hellgrau, so, hm, mittelgrün und gelb.

Musikalisch wird es heute schon ordentlich weihnachtlich.

Das Video ist in einem Rutsch abgedreht (oder zumindest nahezu, ganz sicher bin ich nicht), ich hätte wahnsinnig gern zugesehen. Der lange Tunnel liegt, soweit ich weiß, in Chemnitz.
So, jetzt aber schnell raus mit dem Ding, ehe es elf wird! Wer Aufkleber und Briefmarken gewinnen möchte, kann bis Montagnacht kommentieren (ja, Montag – ich lose morgens am 1. Weihnachtstag aus). Wenn ihr schon wisst, was für Viecher ihr gern als Vinylaufkleber hättet, könnt ihr das, wenn ihr möchtet, natürlich auch schon dazuschreiben, ansonsten frag ich dann noch mal nach.

Ich wünsche ein schönes, entspanntes Reinschlumpfen gen Heiligabend. Wir haben noch nicht alles eingepackt, ich gedenke das aber heute noch zu tun. Und mit einem Freund treffen werde ich mich gleich noch. Und bisschen arbeiten. Ansonsten aber heute nix vor, hurra!

Miss Sophies Adventskalender 2018 #22

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Miss Sophie wagt, was nur wenige wagen – sie wagt sich als Maus auf die Komodo-Inseln!
(Muss man sich übrigens inzwischen echt leisten können, die Preise für das Betreten der Insel wurden exorbitant angehoben. Angeblich zum Schutz der Natur. Ich weiß ja nicht … da täte es doch auch eine Begrenzung der Besucherzahlen? Oder hat das gute Gründe? Ich wüsste ja sehr gern, wie viel Gelder da tatsächlich der Natur zugutekommen und wie viel eher der, hust, menschlichen Natur. Aber wohlan, hoffen wir mal einfach das Beste!)sophie_auf_komodo1

Der Komodowaran oder auch „Komododrache“ ist mit bis zu drei Metern Länge die größte lebende Echse unserer Zeit. Ach was, das stimmt ja gar nicht, schimpft das Nilkrokodil, das locker doppelt so lang wird. Na gut, dann eben: das größte Schuppenkriechtier. Ich hab ihn allerdings nicht ganz in Originalgröße geschnitzt.
In „Die Letzten ihrer Art“ erzählt Douglas Adams von Karten, auf denen Seefahrer bei manchen Inseln zur Warnung vermerkten: Hier Drachen. Nur auf wenigen solcherart bezeichneten Inseln wird das so wahr gewesen sein wie auf Komodo.

Der Komodowaran hat eine ganz entzückende Jagdtechnik. Seine größte Beute sind die Hirsche der Insel. Nun gibt er sich aber nicht damit ab, sich an ihnen festzubeißen und sich durchschütteln und ärgern und am Ende gar verletzen zu lassen, o nein. Er geht hin, beißt rein und wackelt wieder weg. Lange glaubte man, in seinem fürchterlich stinkenden Maul befinde sich ein derart hochpotenter Bakteriencocktail, dass die Wunden kaum mehr verheilen, schlimmer noch, sich infizieren. Inzwischen weiß man, dass der Komodowaran giftig ist, die ekligen ollen Bakterien kommen einfach nur obendrauf. Also beißt so ein Vieh eine für den Nahkampf zu groß geratene potenzielle Beute lieber nur und lässt sie dann laufen. Er verfolgt sie nicht, er latscht einfach weiter. Vielleicht trifft er schon zehn Meter weiter auf das Geschenk eines Kollegen – ein verendendes oder zu seinem Glück bereits fertigverendetes anderes Stück Wild, das woanders und von einem anderen gebissen wurde. Sie teilen nur indirekt, aber das immerhin schon.sophie_auf_komodo

Also Vorsicht, kleine Miss Sophie! Nicht beißen lassen!

Zwei etwas nettere Echsen: Eine gelbe Ton-Echse, die auf meiner Fensterbank wohnt (allerdings eigentlich nur von Frühling bis Herbst, dann wird es ihr zu kalt) und der wohl erste Stempel, den ich je geschnitzt habe. Und zwar für die Sommerpost 2013. Puh, ist das lange her!! Danach hat es noch ordentlich gedauert, bis ich entdeckt habe, was mit dem richtigen Material alles möglich ist – damals hab ich einfach mit meinem schrottigen alten Linolwerkzeug aus der Schule Radiergummis beschnitzt. Ich glaub, ich mach noch ein paar neue Eidechsen. Vielleicht mit Kringelmustern wie die gelbe oder so.

echsenbegegnung2

Miss Sophie ist müde von ihren ganzen Abenteuern und legt sich in der zum Glück sehr stabilen Eidechsenschwanzkrümmung ein bisschen schlafen.echsenbegegnung

Musikalisch heute jemand, der auch sehr müde war.

 

Viele sagen: „Ach ja, Drogen. Und dann durchgedreht.“ Das ist auf die übliche verkürzende Art gemein, die man oft an den Tag legt, wenn man sich nicht wirklich interessiert, aber gern ein bisschen zeigen will, dass man weiß, wovon man redet. Kurt Cobain hatte chronische (körperliche) Schmerzen, die er mit Heroin zu betäuben versuchte. Und er litt noch an einer anderen Krankheit – dieses fast absurd hübsche Menschenkind fand sich unzumutbar hässlich. Deshalb die oft sackartigen Klamotten – das hatte wohl weniger damit zu tun, dass er lässig sein wollte. Er wollte sich verstecken.

Kurz gebrannt, aber heftig. Ich hätte ihm mehr Glück gewünscht. Auch wenn wir dann womöglich weniger (oder ganz andere) Musik gehabt hätten und eine Legende weniger. Eine Legende zu sein ist aber wohl meistens für die Legende selbst eher fürn Arsch, Ausnahmen ausdrücklich vorbehalten.
Als ich mich ernstlich für Musik zu interessieren begann, war Cobain schon tot. Eine Bekannte von mir hat es sozusagen „miterlebt“, also im zeitlichen Kontext; sie war eine von jenen vielen, durch deren Leben ein heftiger Ruck ging, als er sich erschossen hat. Das Fohlen, das sie damals nach ihm benannt hat, ist inzwischen, so es heute noch lebt, vierundzwanzig Jahre alt.
Ist es nicht verrückt, was dieser Aufzeichnungseifer unserer Spezies mit unserem Leben macht? Ohne Aufzeichnungen wäre alles, wirklich alles anders. Wir würden nicht lesen, nicht schreiben, wir würden nicht jemandem lauschen, der schon lange, lange tot ist, und wir würden ihm nicht, wenn alles schon längst vorbei ist, wünschen, er hätte ein Leben gehabt, in dem er all das, was gut und schön daran war, auskosten konnte. Ohne dass irgendein Leid, eine Krankheit, ein Schmerz, ein Irgendwas ihm alles aus den Händen reißt. Menschen sind so unglaublich zäh und so unglaublich zerbrechlich.

Morgen übrigens wieder pünktlich am Morgen (na, pünktlich, so zwischen acht und neun), ich hab sicherheitshalber schon Fotos gemacht. Hust. Und morgen dann die letzte Adventsverlosung, denn am Montag, so verrät mir das aufgeregte Kind etwa im Halbstundentakt: Heiligabend!
(Nur falls ihr das nicht mehr auf dem Zettel habt. Ist echt schon so weit!)